Marder oder Siebenschläfer – Unterschiede, Merkmale (inkl. Bilder, Tabelle)


Ein merkwürdiges Geräusch in der Nacht, eine verdächtige Spur auf der Motorhaube – schnell entsteht die Befürchtung, dass sich ein Marder im Auto oder auf dem Dachboden eingenistet hat.

Doch ob es sich wirklich um einen Marder oder zum Beispiel einen Siebenschläfer handelt ist gar nicht so leicht zu unterscheiden, denn beide Wildtiere sind nachtaktiv, scheu und ziemlich laut unterwegs.

Wie eine Unterscheidung durchgeführt werden kann und welche Indikatoren es gibt betrachten wir in diesem Artikel.

Marder und Siebenschläfer: Gemeinsamkeiten, Unterschiede


MarderSiebenschläfer
Länge
(Kopf-Rumpf)
45 – 60 cm15 cm
Gewicht1,3 – 1,8 kgBis 170 g
FußspurBallen, 5 Zehen, KrallenFußabdruck komplett
GeräuscheFauchen, Kreischen, TippelnFiepen, Trappeln, Poltern
AktivitätNachtaktivNachtaktiv
WinterschlafKeinerSeptember – April
NahrungKleine Säugetiere, Vögel, Beeren, Samen, FrüchteSamen, Früchte, Insekten
AufenthaltGeschützte BereicheSehr geschützte Bereiche

Warum diese Indikatoren trotzdem keine Sicherheit geben und warum ich die Wildkamera von VictureOpens in a new tab. einsetze, um sicher zu gehen erfährst du natürlich auch.

Marder oder Siebenschläfer: Die Fußspuren

Die Fußspuren von Mardern und Siebenschläfern unterscheiden sich durch ihre Größe und die Abdrücke der Krallen an den Zehenspitzen. Während Siebenschläfer die scharfen Fortsätze in die Pfote einziehen sind diese bei Mardern großteils ausgefahren.

Auf Grund der unterschiedlichen Körpergröße weichen auch die Pfoten in ihren Ausmaßen deutlich von einander ab. Während die Spuren bei Mardern ca. 4 cm lang und breit sind, schaffen es Fußspuren von Siebenschläfern nur auf ca. 2,5 cm Länge und 1,5 cm Breite.

Vergleicht man die Spuren von erwachsenen Tieren fällt eine Unterscheidung daher ziemlich leicht. Es könnte sich aber bei kleineren Abdrücken auch um Jungmarder handeln, weswegen wir uns weitere Hinweise ansehen.

Marderabdrücke sind denen von Katzen und Hunden ähnlich. Neben dem Ballen sind die Zehen weitere Aufsetzpunkte und werden durch die Krallen schließlich abgeschlossen. (Die Krallen unterscheiden sie übrigens auch von Katzenspuren: Marder oder Katze)

Die Spuren von Siebenschläfern ähneln eher den Abdrücken von Nagetieren. Ein größerer Abdruck der hinteren Pfote schließt mit 5 Zehen ab. während an der kleineren Vorderpfote nur 4 Glieder sichtbar sind. Ein nicht unterbrochener Abdruck ist häufig der Fall, aber nicht zwingend bei jeder Spur vorhanden.

Marderspuren im Auto

Der Marder hinterlässt im Motorraum eines Fahrzeugs markante Spuren. Sollten verdächtige Abdrücke auf dem Fahrzeug entdeckt werden ist ein Blick unter die Motorhaube der nächste logische Schritt. ­Die Absuche nach Marderspuren umfasst drei wesentliche Kategorien

  1. Biss-Spuren
    Der geschützte Bereich eines Motorraums dient grundsätzlich als Unterschlupf und Rastplatz. Die gefürchteten Schäden lassen sich auf das Anbeißen und Knabbern an Kabeln und Steckern zurückführen. Die Kabel sind dabei eine Art Spielzeug und dienen nicht der Ernährung.

    Typische Stellen sind gummierte Steckköpfe, ummantelte Kabel und Verkleidungen. Hier sollte zu erst nach Beschädigungen gesucht werden.

    Auch wenn das Auffinden der Knabberspuren kein eindeutiges Zeichen für einen aktuellen Befall ist (da diese auch schon älter sein könnten), sollte unmittelbar mit der Bekämpfung begonnen werden.

    Außerdem empfiehlt es sich die Schäden zu dokumentieren, um einen Nachweis für sich und die Versicherung zu haben.

    Einigen dieser Gummiverbindungen wird nachgesagt aus Kostengründen Fischmehl beigemischt bekommen zu haben, was eine Ursache für die Attraktivität sein könnte. Jedoch ist diese Theorie nicht bewiesen.
  2. Nahrungsreste
    In dem Motorraum kommen die Tiere zur Ruhe und verspeisen häufig gefundene / erlegte Nahrung. Es ist sehr wahrscheinlich, dass sich dann auch Überreste finden lassen.

    Eine beliebte Ruhestelle ist auf dem Motorkopf, da hier relativ viel Platz ist und die Restwärme in der kalten Jahreszeit anziehend wirkt. Daher sind hier auch die meisten Überreste zu finden. Dies können Schalen und Kerne, aber auch Knochen und Fell sein.

    Sein Geschäft hinterlässt der Marder übrigens nur selten dort. Dazu ist der Platz zu eng und die Tiere zu reinlich.
  3. Weitere Beschädigungen
    Der Marder richtet sich gerne im Motorraum ein und nutzt hierfür Verkleidungen und Abdeckungen. Diese werden bearbeitet und für die „Inneneinrichtung“ genutzt.

    Sehr häufig ist die Isolierung der Motorraumklappe betroffen. Diese wird abgelöst und so ergibt sich zwischen Isolierung und Klappe ein bequemer Schlafplatz.

    Außerdem sind Seiten- und Bodenverkleidungen ein regelmäßiges Opfer von Mardern. Dabei gilt: Desto weicher und bequemer das Material, desto beliebter ist es.

    Solche Beschädigungen sollten repariert werden, um dem Marder den Aufenthalt so unbequem wie möglich zu machen. Außerdem ist eine regelmäßige Kontrolle notwendig, um die Wirksamkeit der Maßnahme zu überprüfen.

Während ein Auffinden dieser Spuren auf einen aktuellen Marderbefall hindeuten, ist ein Fehlen dieser Indikatoren kein sicheres Zeichen, dass kein Marder vorhanden ist.

Kotspuren von Marder und Siebenschläfer

Kotspuren von Mardern und Siebenschläfern können ebenfalls als Unterscheidungskriterium genutzt werden. Die Größe und Form sind dabei sehr verschieden.

Marder verursachen eine wurstförmige Ausscheidung, die ca. 2 cm im Durchmesser ist und bis zu 15 cm lang wird. Sie ist der Losung von Katzen sehr ähnlich (Marderkot oder Katzenkot?).

Siebenschläfer Kot

Der Kot von Siebenschläfern besteht aus 1 – 2 cm kurzen und dünnen (ca. 0,5 cm) länglichen Ausscheidungen, die häufig in größerer Zahl auftreten. Er ähnelt damit dem Kot von kleinen Nagetieren (wie Mäusen und Kaninchen).

Marderkot kann leicht von Siebenschläferkot unterschieden werden.

Schwieriger wäre eine Abgrenzung des Marderkot zur Ausscheidung von Katzen, die nur in zwei kleinen Merkmalen abweicht (Marder und Katzenkot unterscheiden).
Mehr Informationen zum Thema Marderkot mit noch mehr Bildern und weiteren Details zum Urin, dem Fundort & Co gibt es hier: Wie Sieht Marderkot Aus? (Mit diesen Bildern sofort erkennen)

Geräusche von Marder und Siebenschläfern

Neben den optischen Hinweisen auf einen Marder gibt es auch akustische Möglichkeiten sie von einem Siebenschläfer zu unterscheiden. Die Laute des Marders sind ein Fauchen und Kreischen, häufig begleitet durch ein leichtes Grunzen und Schnauben. Siebenschläfer Fiepen eher nur und machen aber sonst viel Lärm.

Im Dachboden stellt sich dies bei Mardern als sehr markant dar und wird zusätzlich durch die Trappelgeräusche und Nestaktivitäten begleitet. Dies kannst du hier sehr gut hören:

Siebenschläfer sind zurückhaltender in der Abgabe von Lauten. Wenn sie sich aber mal äußern, dann sind sie recht leise und die Geräusche sind eher ein Fiepen und Knabbern. Was Siebenschläfer an Geschrei sparen, machen sie aber durch lautes Gepolter auf dem Dachboden wett.

Sie besitzen einen ausgeprägten Spieltrieb und fühlen sich in der geschützten Umgebung des Dachstuhls pudelwohl. Sie nutzen vorhandene Einrichtung und Gegenstände zum Toben und Erkunden.

Bei der Einnistung in den Dachboden fressen sie sich gerne in die Dämmung und Isolierung. Ein markantes Trappeln in dieser Zwischenschicht und Nagegeräusche sind ein weiteres Anzeichen für einen Siebenschläfer.

Insgesamt fällt die Unterscheidung auf dem Dachboden jedoch schwer. Die abweichenden Geräusche sind häufig schwer zuzuordnen und können nur als erstes Indiz genutzt werden.

Geräusche auf dem Dachboden können Marder und Siebenschläfer gleichermaßen sein.

Erst mit einer optischen Kontrolle der Spuren (Fußabdrücke, Kot) oder einer tatsächlichen Sichtung des Gastes kann die Spezies eindeutig bestimmt werden.

Sind weder eindeutige optische Spuren, noch akustische Anzeichen erkennbar fällt es aber schwer eine Unterscheidung zu treffen. Ein zusätzliches Indiz kann aber die Jahrezeit sein.

Jahreszeiten

Die Aktivität von Siebenschläfern und Mardern unterscheidet sich im Jahresverlauf so stark, dass der Ausschluss einer Art regelmäßig möglich ist. Dies liegt an dem ausgeprägten Winterschlaf, den die kleinen Siebenschläfer halten. Nachdem sie sich im Sommer und Herbst ein Polster angefressen haben begeben sie sich schon im September zur Winterruhe und schlafen so bis zum April.

In kleinen Erdhöhlen und – löchern murmeln sie sich ein und fahren ihren Stoffwechsel komplett herunter. Bei steigenden Temperaturen erwachen sie dann wieder und graben sich aus der Mini-Höhle empor.

Ein Marder hingegen hält keinen Winterschlaf. Er ist über das ganze Jahr aktiv und somit auf der Suche nach Futter und Unterschlupf. Zwar zeigt er eine geringere Aktivität in der kalten Jahreszeit, jedoch ist er ganzjährig zu beobachten.

Ein Siebenschläfer schläft im Winter. Trifft man also zwischen September und April auf verdächtige Spuren und Geräusche kann dies kein Siebenschläfer sein.

Im Sommer ist eine Verwechslung dagegen nicht ganz auszuschließen. Sowohl Marder als auch der Siebenschläfer haben hier ihre aktivste Zeit und nutzen das Nahrungsangebot zur Fortpflanzung und Aufzucht der Jungtiere. Im Verhältnis der beiden Arten ist nun der Siebenschläfer das aktivere Tier. Ihm steht weniger Zeit zur Verfügung und es wird im Verhältnis mehr Nahrung benötigt.

Auf Grund der unklaren Lage im Sommer, sollten bei einem Verdacht die Hinweise und Spuren überprüft und zur Not eine optische Bestätigung mit einer günstigen Wildkamera durchgeführt werden.

(Mehr Details wann ein Marder genau aktiv ist habe ich hier zusammen getragen: Marder: Aktive Uhrzeiten im Detail – Tabelle & Grafik).

Uhrzeiten

Es zeigen sich bei den Aktivitäten der Marder deutliche Unterschiede im Tagesverlauf. Grundsätzlich sind sie nachtaktiv und haben zwei Bewegungshöhepunkte während der Dunkelheit. Dieses Muster wird im noch kalten Frühjahr unterbrochen, da die Marder gleichzeitig ihren Nachwuchs mit Nahrung und Wärme versorgen müssen und so häufiger und länger im Nest sind. Dies zwingt sie dazu auch tagsüber vermehrt auf Nahrungssuche zu gehen.

Siebenschläfer sind ebenfalls grundsätzlich nachtaktiv, besitzen jedoch keine Probleme zur kalten Jahreszeit, da sie diese komplett verschlafen. Ihre Hauptaktivität fällt in die warme Jahreszeit, in der sie sich und ihren Nachwuchs versorgen müssen.

Dies führt zu einer allgemein sehr hohen Bewegung der Siebenschläfer. Sie sind ausgesprochen aktiv und fast die ganze Nacht unterwegs. Tagsüber sieht man sie sehr selten und wenn, dann eher in der Dämmerung.

Das beste Hilfsmittel

Fußspuren, Nahrungsreste und Jahreszeiten sind gute Indikatoren, die eine Unterscheidung zwischen Marder und Siebenschläfer erleichtern.

Eine 100%ige Sicherheit verschafft jedoch nur eine Sichtung des Tiers.

Dies kann natürlich durch Zufall geschehen oder durch eine systematische Beobachtung in dem Gebiet. Ein stundenlanges Warten zur Nachtzeit ist aber nicht sehr angenehm und auch keine Garantie eine Sichtung zu machen.

Bei einer nicht ganz sicheren Situation empfehle ich daher elektronische Hilfsmittel einzusetzen. Dies können natürlich Überwachungskameras sein, die am Haus (bzw. in dem betroffenen Gebiet) angebracht sind. Der Nachteil solcher Systeme ist jedoch ihr hoher Preis (der häufig einige hundert Euro umfasst) und der große Aufwand im Vergleich zu einem relativ geringen Nutzen.

Für diesen zeitlich überschaubaren Bereich können viel besser so genannte Wildkameras eingesetzt werden. Diese sind leicht zu installieren und deutlich preiswerter in der Anschaffung.

Ich nutze für solche Zwecke die Wildkamera von VictureOpens in a new tab.. Diese ist besonders leistungsfähig (auch Nachts!) und besitzt eine solide Verarbeitung. Sie ist absolut zuverlässig und hilft dir schnell herauszufinden, ob es sich um einen Marder oder einen Siebenschläfer handelt.

Opens in a new tab.

Natürlich kannst du auch jede andere Kamera oder ein eigenes Überwachungssystem nutzen!

Wichtig hierbei ist lediglich, dass es funktioniert und zeitnah ein Ergebnis bringt.

Martin

Martin ist Gründer und Autor bei ungeziefer-pilot und besitzt einen weiten Erfahrungsschatz, den er gerne teilt. Der richtige Umgang und der Einsatz wirklich effektiver Mittel liegen ihm besonders am Herzen.

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