Hausmittel gegen Wespen – 7 Mythen und 7 Wahrheiten


Wespen sind in der warmen Jahreszeit unbeliebte Gäste im Garten und bei Grillpartys. Gerade zum Schutz von Kindern und empfindlichen Personen möchte man sie nicht in der Nähe haben.

Wie kann man also im Freien die unerwünschten Wespen vertreiben?

Im Internet und Volksmund findest du zahllose Tipps und Tricks. Viele davon sind jedoch Märchen und machen nur Arbeit und Dreck (und Gestank). Um einen entspannten Tag im Garten zu erleben helfen sie nicht.

Wespen wirklich abhalten kannst du nur mit erprobten und bewiesenen Methoden. So vergeudest du keine Zeit mit unwahren Mythen.

Diese Fake-Mittel werden wir direkt am Anfang aus dem Weg räumen!
(Und ich wette du kennst sie fast alle!)

Direkt danach geht es zu den 7 besten Hausmitteln gegen Wespen. Die funktionieren wirklich!


Kaffee anzünden, Wespenfallen aufstellen, Kupfer reiben, diverse Öle nutzen, Wespennestattrappen aufhängen, farbige Kleidung meiden, Gewürze pflanzen und und und…

Wir räumen auf!


7 Mythen gegen Wepsen

Mythos 1: Wespenattrappen aufhängen

Wespen sind revierbezogene Insekten und halten sich von fremden Völkern fern. Insofern ist die Idee ein (Fake-)Wespennest aufzuhängen charmant und in Form einer braunen Papiertüte auch recht günstig, aber dennoch komplett unwirksam!

Denn Wespen sind keine visuellen Lebewesen, sondern folgen ihrem sehr gut ausgeprägtem Geruchssinn! Und da deine Attrappe nicht nach fremdem Wespenvolk riecht interessiert es die Neuankömmlinge nicht.

Übrigens:
Es gibt in Deutschland nur 2 Wespenarten (die Gemeine Wespe und die Deutsche Wespe) die sich den Esstisch mit uns teilen, denn alle anderen Arten bevorzugen Insektenlarven.
Und diese 2 Wespenarten bauen gar keine sichtbaren herabhängenden Wespennester, sondern hausen in Erdnestern und Hohlräumen.

Eine Wespennestattrappe aufzuhängen, macht also keinen Sinn!

Mythos 2: Bunte Kleidung vermeiden

Man könnte meinen, dass Wespen einen natürlichen Hang zu bunten Farben haben. Schließlich ernähren sie sich auch vom Blütennektar.

Da Wespen aber hauptsächlich über ihren Geruchssinn Nahrung suchen und sich orientieren, ist ihnen die Farbe herzlich egal.

Du kannst also farblich anziehen was du willst, es wird keine Wespe anlocken oder abhalten.

Mythos 3: Kupfermünzen reiben

Da Wespen sehr geruchssensibel sind sollen diverse Mittel helfen, einen unangenehmen Durft zu verbreiten. Und so die kleinen Plagegeister zu vertreiben.

Ein Kandidat ist dabei Kupfer. Zwischen den Fingern gerieben soll er Wunder wirken.

Woher dieser Glaube kommt ist unklar. Fakt ist jedoch, dass der Kupfergeruch die Wespen nicht abhält. Und schon gar nicht in der Menge in der er durch das Verreiben in die Luft übergeht.

Lustiger Weise gibt es diesen Mythos ausschließlich in Deutschland.

Cent-Stücke liebhaben ist gut, vertreibt aber keine Wespen!

Mythos 4: Feuer und Rauch

Ein weiterer Trick der die Wespen auf Abstand halten soll ist der Rauch von Feuer. Wespen erkennen dann die Gefährlichkeit der Umgebung und meiden diese.

Hier wird den Wespen gerne ein bisschen zu viel zugetraut. Sie sind zwar sehr geruchsempfindlich, aber keine denkenden Insekten. Eine feine Note von Rauch nehmen die kleinen Tiere zwar wahr, es jagt sie aber nicht auf viele Kilometer davon.

Um mit einem Feuer Wespen wirklich zu beeindrucken bräuchte man schon eine Art Feuerring um seinen Tisch. Dieser würde dann tatsächlich eine Wirkung entfalten.

Neben einer gewissen Verscheuchung wäre aber auch eine gesteigerte Aggressivität der Wespen die Folge. Denn Rauch ist ein Warnsignal und lässt die Tiere in den Verteidigungsmodus wechseln!

In dem Rauch sind außerdem Gase enthalten, die auch für den Menschen nicht zu empfehlen sind. Es handelt sich immer um eine unvollständige Verbrennung und es treten neben Kohlenmonoxid und Kohlendioxid viele Rußpartikel auf, die nicht gesund sind.

Die Wespe bleibt aus gutem Grund einer solchen Rußwolke fern und das solltest auch du tun!

Eine Abschreckung mit Feuer ist also nicht zu empfehlen, da die erforderliche Rauchmenge auch für Menschen nicht gesund ist!

Mythos 5: Knoblauch auf den Tisch legen

Aus dem Reich der Vampire kommt wahrscheinlich diese Vorstellung. Der Geruch der kleinen Knolle, soll ebenfalls die gelb-schwarzen Insekten fern halten.

Bei uns befindet sich immer genug Knoblauch im Haus und ich habe diese Variante sowohl mit getrocknetem, als auch mit frischem Knoblauch getestet.

Das Ergebnis hat mich nicht überrascht, denn die kleine Knolle ist kein Wundermittel.

Die Wespen haben sich von dem Knoblauch überhaupt nicht beeindrucken lassen und sind in gleicher Zahl auf die süßen Speisen losgegangen.

Knoblauch verscheucht Wespen ist also ebenfalls ein Märchen!

Mythos 6: Zitronen mit Gewürznelken

Ich muss zugeben ich fand die Idee auch sehr interessant und auf den ersten Blick vielversprechend. Mit einer halbierten und mit Gewürznelken gespickten Zitrone soll der Bereich für die Wespen unattraktiv werden.

Der geringe Aufwand und die für uns angenehmen Dürfte täuschen dabei über das Ergebnis hinweg.

Richtig ist zwar, dass die Wespen nicht zu der Zitrone gehen und auch den Nahbereich meiden, allerdings muss man dann den ganzen Tisch mit den Zitronen spicken.

Außerdem nehmen die Wespen den süßen Geruch des Essens trotzdem wahr und fliegen in der Nähe herum und belästigen so Mensch und Tier.

Eine wirklich effektive Methode um Wespen fernzuhalten ist die Nelken-Zitrone so leider nicht.

Mythos 7: Wespen-Buffet

Der Klassiker unter den Methoden ist eine menschliche Überlegung und geht nicht so ganz mit den Handlungen der Wespen überein.

Du sollst dabei den Wespen etwas verlockendes (süße Marmelade, etwas Wurst) anbieten und sie so von deinem Essen fernhalten.

In der extremen Variante sollen strategisch schlau platzierte Mini-Buffets an den Seiten des Gartens die Wespen davon abhalten zu deinem Tisch zu fliegen.

Warum auch, sie haben doch jetzt ihr eigenes Essen!

Dieses Gedanken scheinen die Insekten nur bedingt auch zu haben.

Natürlich werden sie sich auf den kleinen Schälchen mit der Marmelade genüsslich tun, aber sie machen deswegen keinen Halt vor deinem Essen! Mein und Dein kennen sie nicht.

Außerdem lockst du mit einem Garten voller Nahrung noch mehr Wespen an, von denen sich dann auch wieder mehr Richtung Tisch begeben.

Und auch die langfristige Konditionierung (die Wespen haben immer in der Ecke etwas zu essen, also gehen sie immer nur da hin und nicht zu unserem Tisch) funktioniert nicht, da Wespen sich nicht erziehen lassen.

Der einzige kleine Vorteil des Wespen-Buffets ist, dass man sein eigenes Essen etwas wespenfreier hat und die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass man in eine Wespe beißt. Insofern kannst du ein Mini-Buffet auf den Tisch stellen, aber weniger Wespen fliegen deswegen nicht auf dem Tisch herum, sondern nur an anderen Stellen!

Auch das Wespen-Buffet hilft also nicht effektiv gegen die kleinen Insekten!

7 wirksame Mittel – Was wirklich gegen Wespen hilft

Doch kommen wir nun endlich zu den Maßnahmen, die wirklich helfen Wespen effektiv loszuwerden.

Du wirst feststellen, dass es die Super-Methode nicht gibt und jede Variante ihre Vor- und Nachteile hat.
Meistens sind die wirklich wirksamen Mittel mit Aufwand verbunden und sorgen für einen langfristigen Effekt der Milderung.

Einen kompletten Sommer im Garten zu verbringen und nicht einmal eine Wespe zu sehen ist schlicht nicht möglich.

Dein Ziel ist aber natürlich, dass die Wespen und du euch nicht in die Quere kommen. Man kann sich einen Lebensraum teilen, muss aber nicht vom gleichen Brot essen! 😉

Mittel 1: Die Sprühflasche

Etwas überraschend ist diese recht simple Methode, denn sie wird in der Praxis selten genutzt und ist dennoch die einzige, die vom Landesbund für Vogelschutz in Bayern e.V.Opens in a new tab. als wirksam bezeichnet wird!

Du brauchst lediglich eine Sprühflasche die du mit Wasser befüllst! Der feine Wassernebel wird einfach auf den Störenfried gesprüht und simuliert so einsetzenden Regen. Die Wespe wird im Nu das Weite suchen und zurück zu ihrem Nest fliegen.

Bei einem richtigen Wespenüberfall sprühst du dir zwar die Hände wund, aber für einige Einzeltiere ist es die Top Waffe!

Mittel 2: Der brennende Kaffee

Im Internet hoch angepriesen und verlacht gleichzeitig. In Foren als wirkungslos und Zauberwaffe zugleich betitelt.

Ich habe es bei mir im Garten getestet und finde, dass die Wirkung gar nicht mal so schlecht ist. Der starke Duft des kokelnden Kaffees scheint den Wespen nicht zu gefallen. Die Anzahl der gelbschwarzen Insekten geht tatsächlich spürbar zurück!

Du brauchst lediglich ein feuerfestes Gefäß und etwas Kaffee. Ob frisch oder als Kaffeesatz ist egal. Gib den Kaffee einfach in das Gefäß und zünde ihn an. Er wird dann vor sich hin glimmen und eine kleine Rauchfahne erzeugen, welche aber stark nach geröstetem Kaffee riecht.

Ich persönlich finde den Kaffeeduft nicht so attraktiv und setze deswegen nicht darauf, aber wenn du den Geruch magst, könnte das deine Methode sein!

Mittel 3: Pflanzenduft

Neben dem starken Geruch von glühendem Kaffee gibt es natürlichere Duftmittel, deren Intensität deutlich geringer ist. Im Internet gibt es eine unendliche Anzahl von Vorschlägen und Duftarten. Meine Favoriten sind hierbei Lavendel und Basilikum.

Beide muss man allerdings sehr nah bei sich haben, denn die Reichweite ist niedriger als bei Kaffee.

Ein paar Pflanzen Lavendel und Basilikum auf dem Tisch und die Wespenzahl reduziert sich deutlich!

Angeblich sollen Salmiak und Tomaten auch super wirksam sein. Mit denen habe ich aber keine spürbare Wirkung erzeugt. Vielleicht liegt es ja an der Jahreszeit oder der Wespenart, welche Düfte besonders unattraktiv sind.

Mittel 4: Kurze Angebotszeiten

Es klingt banal, aber wenn das Wespenbuffet über längere Zeit besteht, werden natürlich auch mehr Wespen angelockt. Die Tiere kehren zum Futterort zurück und so werden es immer mehr.

Speisen und Getränke sollten so kurz wie möglich offen herumstehen und zugänglich sein. Einfache Abdeckungen mit Deckel, Frischhaltefolie und Co helfen ungemein.

Tipp für süße Getränke:
Wenn du einen Strohhalm durch die Abdeckung (wie einen Bierdeckel oder Frischhaltefolie) „bohrst“, kannst du in Ruhe trinken und die Lockwirkung ist am geringsten. Auch super für Kindergetränke!
Natürlich gibt es auch entsprechende Becher (wie diesen hier bei Amazon für x Euro, aber eine einfache selbst gemachte Abdeckung reicht vollkommen aus!)

Mittel 5: Der saubere Garten

Wespen nicht anzulocken klingt einfach, aber gerade im Garten gibt es ein paar Dinge an die du vielleicht nicht sofort denkst.

Fallobst ist dabei sehr beliebt bei den Wespen, denn es bietet einfache und leckere Nahrung bei hoher Verfügbarkeit. Du solltest also heruntergefallene Früchte sehr zeitnah aufsammeln und entsprechend entsorgen!

Totholz ist ebenfalls sehr beliebt, denn es bietet Platz für Brutstätten und Material für den Nestbau. Wespen lieben dieses Material und werden sich in der Nähe ansiedeln. Auch hier solltest du die wenigen Handgriffe investieren um das Wespenparadies zu beseitigen!

Blattläuse sind nicht nur schädlich für die betroffenen Pflanzen, sondern auch beliebt bei Wespen, den das abgesonderte süße Sekret ist lockt sie magisch an. Befreie deine Pflanzen daher von Blattläusen!

Halte deinen Garten frei von Fallobst, Totholz und Blattläusen und es werden deutlich weniger Wespen zu Besuch kommen!

Mittel 6: Wespennester entfernen (lassen!)

Wie erwähnt sind sichtbare und als Kokon herabhängende Wespennester eigentlich unbedenklich, denn die darin lebenden Wespen kommen mit uns nicht ins Gehege, da sie andere Nahrungsquellen haben.

Aber es kann natürlich sein, dass die Ein- und Ausflugschneise ungünstig liegt oder die Nähe zu sensiblen Bereichen (Kinderspielstätte) gegeben ist. Hier kann eine Entfernung Sinn machen!

Außerdem können sich Wespen auch an Orten ansiedeln, an denen man sie nun wirklich nicht haben will. Beliebt sind hierbei insbesondere Rollädenkästen!

Beachte aber, dass Wespen in Deutschland geschützt sind und nicht einfach so entfernt werden sollten. Und schon gar nicht von Laien.

Kontaktiere am besten einen Wespen-Service / Kammerjäger in deiner Nähe und erkundige dich nach den aktuellen Möglichkeiten und Preisen!

Mittel 7: Der richtige Umgang

Wespen sind keine Menschenfresser.

Ihre Stiche sind schmerzhaft und unangenehm, aber nur für Allergiker wirklich gefährlich.

Um Stiche zu vermeiden musst du ruhig bleiben und hektische Bewegungen vermeiden. Die Wespen bleiben so im Nahrungs-Modus.

Fuchtelst du jedoch wild mit den Händen herum oder versuchst die Wespen sogar zu schlagen wechseln sie in den Verteidigungs-Modus und stechen. Außerdem sondern sie dabei Duftstoffe ab, die anderen Wespen eine gefährliche Situation signalisieren. Das solltest du also vermeiden!

Anpusten ist ebenfalls keine gute Idee. Der kurze Luftstoß bewegt das Insekt zwar ein paar Zentimeter weg, aber der hohe Kohlendioxidgehalt in der Ausatemluft ist ebenfalls ein Gefahrenindikator und sorgt für einen Moduswechsel.

Bleibe ruhig. Bewege dich nur wenig. Puste Wespen nicht an.

Kommen die Wespen dir doch zu nahe oder setzen sich auf dich oder dein Essen kannst du versuchen mit langsamen und vorsichtigen Schiebebewegungen mit der Rückseite deiner Hand etwas den Abstand zu vergrößern. Aber achte immer darauf keine Schlagbewegung durchzuführen!


Hast du weitere Erfahrungen gemacht und noch mehr coole Tricks? Lasse uns einfach einen Kommentar da und hilf so anderen bei der Wespenmisere.

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