Schmetterlingsmücken selbst bekämpfen – Anleitung und Hausmittel


Schmetterlingsmücken kommen in menschlicher Umgebung sehr häufig vor und können massive Populationen erreichen, die lange unentdeckt bleiben.

Auch wenn die kleinen Tiere eigentlich keine Schädlinge sind, können jedoch bestimmte Krankheiten übertragen werden und sie sind häufig ein Anzeichen für ein Abwasserproblem.

Ihr Leben im Abwasser und der Dunkelheit macht sie zu einem unbequemen Mitbewohner und ihre Bekämpfung besonders schwierig.

Was sind Schmetterlingsmücken?

Schmetterlingsmücken sind kleine Insekten die zur Familie der Zweiflügler und Mücken gehören. Es gibt in Deutschland 110 und weltweit über 2600 Arten (davon die meisten in den Tropen).

Ihr Aussehen und ihre Größe variiert dabei und unterscheidet sich zwischen Männchen und Weibchen. Ihr Erscheinungsbild ähnelt dem kleiner Schmetterlinge, weswegen sie meist nicht ernst genommen werden.

Sie kommen gerne in der Nähe des Menschen vor und sind weltweit verbreitet. Und auch wenn sie „Mücken“ heißen, brauchst du keine Angst vor ihren Stichen zu haben.

Wie sehen Schmetterlingsmücken aus?

Schmetterlingsmücken sind sehr kleine Insekten, die meist grau bis braun gefärbt sind. Die Männchen sind dabei deutlich auffälliger gezeichnet als die Weibchen, die sehr gedeckte Töne tragen. In Ruhe stellen sie ihre Flügel leicht an und spreizen sie vom Körper ab, was ihnen eine Herzform gibt.

Dies verleiht ihnen ein charakteristisches Aussehen und macht sie gut identifizierbar. Dabei ähneln sie in ihrer Erscheinung Schmetterlingen, was ihnen auch den Namen gibt.

Gut erkennbar durch markante Form

Außerdem sind Schmetterlingsmücken mit vielen kleinen Haaren bedeckt, was du allerdings nur unter einem Mikroskop erkennen kannst. Diese Haare sind ursächlich für ihr Schädlingspotenzial und ihre schwierige Bekämpfung.

Bei Berührung geben die Mücken einen feinen Staub ab, der ähnlich dem von Motten ist. Daher werden sie manchmal auch als Mottenfliege bezeichnet.

Die Larven der Schmetterlingsmücken sind größer als die erwachsenen Tiere und werden bis zu 5 mm lang. Sie haben eine längliche dünne Form, die wie ein abgeflachter Zylinder aussieht. Meist haben sie eine helle Färbung oder sind sogar transparent und haben einen dunklen Kopf. Durch den Mangel an Beinen und den gleichmäßigen Aufbau ähneln sie eher Würmern als typischen Wasserlarven.

Die erwachsenen Tiere sind mit 3 mm deutlich kleiner und weichen in ihrem Aussehen unter den Arten stark voneinander ab.

Wovon ernähren sich Schmetterlingsmücken?

Das Wissen um die Nahrungsquellen ist einer der wichtigsten Punkte bei der Bekämpfung der Schmetterlingsmücken, derer du dich mit „normalen“ Methoden nur schwer entledigen kannst.

Erwachsene Schmetterlingsmücken ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pflanzensäften. Nur wenige Arten (die bei uns selten vorkommen) sind Parasiten, die Blut als Nahrungsquelle nutzen.

Die Larven hingegen bevorzugen Bakterien und Pilze. Diese finden sie in großer Zahl in Abflüssen und Siphons, was ihre Verbreitung bei uns erklärt.

Wie verhalten sich Schmetterlingsmücken?

Schmetterlingsmücken haben ein kurzes Leben das je nach Bedingungen zwischen 20 und 40 Tage dauert. Nur die Hälfte der Zeit befinden sie sich im erwachsenen Status.

Die Larven haben außer Fressen und Weiterentwickeln keine großen Verhaltensweisen und bleiben zumeist in einem eng abgegrenzten Bereich. Sie bevorzugen den Bereich leicht oberhalb der Wasserstandlinie, wo es auch am meisten Nahrung gibt.

Die erwachsenen Insekten sind eher nachtaktiv und legen keine großen Strecken zurück. Ihr leicht torkelnder Flugstil dauert häufig nur wenige Sekunden, bis sie sich wieder setzen.

Dadurch wird es möglichen Fraßfeinden erschwert, sie in der Luft zu erwischen. Trotz des Torkelns ist es den Schmetterlingsmücken möglich, ihr Ziel präzise anzusteuern. Sie lassen sich vom Wind zwar Tragen, sind dann aber genau in ihrer Landung.

Wie erkenne ich einen Befall mit Schmetterlingsmücken?

Schmetterlingsmücken halten sich in Abwasserohren und Abflüssen auf und verlassen diese Bereiche bei günstigen Bedingungen nicht. Dies führt dazu, dass ein Befall mit den Insekten über lange Zeit unentdeckt bleiben kann und du die Plage gar nicht (oder sehr spät) bemerkst.

Es ist deshalb wichtig, dass du schon frühzeitig (beim ersten Verdacht auf Schmetterlingsmücken) aktiv wirst und einen Befall identifizierst.

1. Schmetterlingsmücken suchen

Der erste Schritt hierzu ist immer das Ausfindigmachen von Exemplaren. Die kleinen Insekten gehen auf Grund ihrer Größe häufig unter. Du siehst sie schlechter, weil sie weniger auffällig sind.

Außerdem sind sie eher nachtaktiv und greifen nicht so stark in unser Umfeld ein (wie dies zum Beispiel stechende Mücken oder Obst-belagernde Fruchtfliegen tun).

Nimm eine Taschenlampe und schaue systematisch und akribisch in allen Zimmern nach den kleinen Insekten. Besonders in Zimmern mit fließend Wasser (Küche, Bad, Waschküche,Keller) musst du besonders genau sein.

Findest du bereits hier eine signifikante Anzahl an Einzeltieren steht das Ergebnis schon fest.

2. Schmetterlingsmücken fangen

Meist wird dies aber nicht so eindeutig sein und zur weiteren Abklärung und auch zur Verifikation der genauen Ursprungsorte empfiehlt sich eine Untersuchung der Abflüsse.

Die Laven leben in den Siphons und Rohren die etwas Wasser und organisches Material beinhalten. Dort können sie sich ideal entwickeln. Die reifen Mücken fliegen dann in diesen Bereichen und können sie auch verlassen.

Austrittsort in die Wohnung ist dabei immer der Abfluss. Wird dieser abgedichtet und mit einer kleinen Falle versehen kann das Auftreten von Schmetterlingsmücken schnell identifiziert werden.

Wichtigster Fundort

Eine einfache Methoden ist das Abkleben mit durchsichtigem und gut haftendem Klebeband. Hierdurch bleiben die Insekten an dem Band kleben und du kannst schnell sehen, ob und wie viele Tiere sich dort verfangen haben.

Das Klebeband kannst du zum Beispiel jede Nacht anbringen, damit der Abfluss tagsüber normal benutzt werden kann.

Ebenfalls leicht einzusetzen ist ein umgedrehtes Glas das innen zum Beispiel mit etwas Honig beschmiert wurde. Auch hierdurch bleiben die kleinen Mücken kleben. Die Öffnung des Abflusses sollte dabei natürlich komplett und dicht abgedeckt sein. Im Gegensatz zum Klebeband kann das Glas auch tagsüber den Abfluss abdecken und muss nur bei Benutzung der Spüle entfernt werden.

Nach einigen Tagen wirst du schnell feststellen ob es sich wirklich um einen Befall von Schmetterlingsmücken handelt und auch, was der Ursprung ist.

Damit kannst du in die Bekämpfung einsteigen.

Wie kann man Schmetterlingsmücken loswerden?

Schmetterlingsmücken lieben stehende Flüssigkeiten mit organischen Materialien. Doch Abflüsse und Siphons sind Ort, die du nur selten zu Gesicht bekommst und die schwer zugänglich sind.

Das führt dazu, dass eine Plage nur sehr spät erkannt wird und die Bekämpfung häufig nur indirekt erfolgen kann.

1. Abwasserproblem beseitigen (lassen)

Nicht selten ist eine Plage von Schmetterlingsmücken ein Indiz für ein Abwasserproblem. Gibt es undichte Stellen oder beschädigte Leitungen weitet sich das Abwasser aus und es kann zu unerkannten Populationen der kleinen Insekten kommen.

Kommt es also zu einer sprunghaften Vermehrung oder sind die Maßnahmen zur Bekämpfung nicht erfolgreich sollte dringend ein Fachmann zur Absuche herangezogen werden. Erst wenn die Instandsetzung erfolgt ist machen die Abwehrmaßnahmen Sinn.

2. Absammeln

Tauchen Schmetterlingsmücken auf, solltest du diese als Anzeichen nutzen und im Anschluss entfernen.

Dies kann relativ leicht geschehen, da die Insekten nicht sehr scheu und träge sind. Sie zu Fangen stellt keine große Herausforderung dar.

Je nach Bedarf kannst du einen Staubsauge benutzen, ein Tuch, oder auch ein Glas, dass du einem Papier nach unten abschließt, nach das Glas über die Mücke gestülpt wurde.

Das Absammeln und Entfernen der erwachsenen Tiere ist kosmetischer Natur. Häufig haben sie ihre Eier bereits abgelegt und du verhinderst nur die weitere Verbreitung im Haus, reduzierst aber nicht die Plage in deinem Abfluss.

3. UV-Insektenschutz

Wer sich die Mühe des (ständigen) Absammelns und Einsaugens nicht machen will, kann auf elektronische Hilfsmittel zurückgreifen.

Mit einer UV Lampe, die du in der Nähe der betroffenen Abflüsse aufstellst, lockst du die erwachsenen Tiere an und kannst ihre Zahl deutlich und ohne persönlichen Zeitaufwand reduzieren.

Auf dem Markt gibt es zahllose solcher Geräte, die du dir gerne in Ruhe anschauen kannst. Die Funktion ist bei allen gegeben und die Auswahl ist eher eine Frage der Optik, als der Wirksamkeit.

Empfehlen kann ich dir die UV-Lampe von FOCHEA die super effektiv ist und sich leicht reinigen lässt. Absolut hochwertig und preislich sehr in Ordnung.

4. Stehende Abwässer vermeiden

Die Larven benötigen organische Stoffe in Wassernähe und bei einem Mangel, können sie sich nicht entwickeln.

Daher solltest du versuchen, so wenig wie möglich stehende Abwässer zu haben. Natürlich kannst du nicht die Siphons ausbauen oder entleeren (was ich dir alleine aus Geruchsgründen auch nicht empfehlen würde).

Es gibt jedoch immer wieder Orte, an denen nicht unbedingt Wasser stehen müsste, an die wir nicht so offensichtlich denken.

Dazu gehören Blumenkästen und -töpfe, die etwas zu viel gegossen wurden. Auch Trinkschalen für Haustiere sollten nicht ewig im Haus verteilt herumstehen. Wassertonnen im Garten und andere Gefäße können ebenfalls zur Brutstätte werden.

5. Regelmäßig reinigen / spülen

Viele Bereiche im hauseigenen Abflusssystem sind nur schwer zugänglich. Vermutest du einen Befall mit Schmetterlingsmücken ist eine direkte Bekämpfung der Tiere unheimlich schwer.

Diese sind mit vielen kleinen Härchen überzogen und diese Isolation sorgt dafür, dass sie kaum Kontakt zum Wasser (oder Schädlingsbekämpfungsmittel) bekommen. Die Flüssigkeit perlt einfach an ihnen ab.

Auch die Eier sind unheimlich robust und können chemische und thermische Belastungen gut überstehen.

Effektiver und (etwas) leichter ist die indirekte Methode, bei der den Larven die Nahrung entzogen wird. Wenn du das organische Material in den Rohren reduzieren kannst, verschwinden automatisch auch die Schmetterlingsmücken auf Dauer.

Eine Reinigung des Abwassersystems ist jedoch nicht immer einfach durchzuführen. Einfach nur kochendes Wasser herabzuspülen kann zwar einen kleinen Effekt (auf die Insekten) haben, löst aber die Verunreinigung nicht.

Fügst du Backsoda hinzu entsteht eine chemische Reaktion, die den Schmutz aufweicht und beim Nachspülen mit heißem Wasser auflösen kann. Diese Methode ist das effektivste Hausmittel, wenn es um die selbst durchgeführte Rohrreinigung geht und kann den Anruf beim Profi ersparen.

Biologische Reinigungsmittel sind weniger aggressiv (als „richtige“ Pestizide) und daher bedenkenlos einsetzbar. Eine Schädigung von Hund und Kind ist hier ausgeschlossen. Dafür ist aber auch die Wirksamkeit geringer als bei der chemischen Keule.

Regelmäßig zu reinigen

Am effektivsten ist eine professionelle Druckreinigung des Rohrsystems. Hierbei wird mit Lösungsstoffen und einem Hochdruckgerät die Leitung freigemacht. Den Schmetterlingsmücken ist so definitiv die Nahrung fürs Erste entzogen.

Mit biegsamen Bürsten und anderen Hilfsmitteln erreichst du zwar nicht die tiefer gelegenen Rohrsysteme, kannst aber zumindest die nahen Siphons und Leitungen säubern. Dies ist erstmal günstiger als einen Profi zu rufen und kann mit etwas Glück ausreichen.

5. Abflüsse freihalten

Wenn du dafür gesorgt hast, dass sich möglichst wenig organische Stoffe in den Leitungen befinden, gilt es den Zustand beizubehalten.

Achte darauf, dass keine Essensreste in den Abfluss kommen. Mit einem Sieb können auch kleine Rest aus dem Spülwasser abgefangen werden. Diese gehören dann in den Bio-Müll oder auf den Kompost.

Zusätzlich solltest du die erwähnten Reinigungsmaßnahmen wiederholen. Am besten in einem regelmäßigen Abstand von 1 – 2 Wochen und nicht erst, wenn sich die Schmetterlingsmücken schon wieder zeigen.

Sind Schmetterlingsmücken gefährlich?

Schmetterlingsmücken sind keine Schädlinge und übertragen nur in Ausnahmen direkt Krankheiten. Sie gelten daher als Lästlinge und brauchen nicht gefürchtet werden.

Es gibt nur wenige Arten, die sich von Blut ernähren und stechen können. Über diesen Weg ist dann natürlich eine Übertragung möglich. Diese Arten kommen bei uns aber nicht vor.

Schmetterlingsmücken besitzen durch ihre feinen Härchen und ihr unhygienisches Umfeld eine Bedeutung für das Übertragen von Bakterien und Viren. Insbesondere in Krankenhäusern und bei starkem Vorkommen kann es sein, dass sich bestimmte Krankheiten durch die kleinen Insekten übertragen lassen.

Für den Hausgebrauch ist diese Gefahr sehr gering.

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