Fischreiher – Lebensweise Und Alle Maßnahmen


Der Fischreiher ist der große Schreck jedes Teichbesitzers und kann mit seinem großen Appetit so manchen Fischbestand arg dezimieren.

Was in der freien Natur gerne beobachtet wird und für Freude unter den Naturliebhabern sorgt ist in privat und wirtschaftlich besetzten Anlagen ein Problem.

Dann gilt es den grauen Reiher von der Jagd am eigenen Gewässer abzuhalten und seine Fische langfristig zu schützen.

Doch wie macht man das am besten und was muss man über den Jagdvogel wissen?

Das Verständnis über die Lebensart der Fischreiher stellt genau diese Grundlage dar. Denn nur, wenn du weißt wie der Fischreiher jagt und lebt kannst du die richtigen Maßnahmen (inkl. meines Favoriten!) ergreifen, um ihn zu vertreiben und fernzuhalten.

Damit bleibt der Fischbestand vor den Räubern geschützt und du kannst den Fischreiher auf Dauer fernhalten.

Fischreiher – Aussehen und Verbreitung

Der Fischreiher ist ein verhältnismäßig großer einheimischer Vogel aus der Familie der pelikanähnlichen Reiher.

Das Aussehen ist gekennzeichnet durch lange dünne Beine, einen langen Hals und spitzen Schnabel. Das Gefieder ist grau, der Hals grauweiß und der Oberkopf weiß. Der Fischreiher besitzt lange schwarze Schopffedern. Erwachsene Exemplare erreichen eine Standhöhe von 1 Meter und eine Spannweite von fast 2 Metern. Das Körpergewicht kann bis zu 2 kg betragen.

Der Reiher hat ein relativ markantes Aussehen und eine Verwechslung entsteht eigentlich nur mit sehr ähnlichen Arten wie dem weißen Silberreiher.

Der Graureiher (so der offizielle Name) kommt in fast ganz Europa und den anderen mittleren Breiten Asiens vor. Außerdem ist er in den afrikanischen Ländern stark verbreitet.

Der Reiher ist je nach Vorkommen ein Zug- oder Standvogel. In Deutschland ziehen die meisten Tiere im Winter Richtung Süden, es gibt aber auch einen Teil, der bei uns überwintert. Mit steigenden Temperaturen und einem entsprechenden Nahrungsangebot wird dieser Anteil vermutlich weiter steigen.

Unterscheidung zwischen Graureiher und Silberreiher

Die Reiher besitzen ein markantes Aussehen und werden nur selten mit anderen Vogelfamilien verwechselt. Ihre Körpergröße und ihr markantes Aussehen (insbesondere die langen schlaksigen Beine und der spitze Schnabel) sind eindeutige Erkennungsmerkmale.

Schwieriger wird die Unterscheidung jedoch innerhalb der Familie, denn die körperlichen Merkmale sind mitunter identisch.

MerkmalFischreiherSilberreiher
Standgröße
bis 98 cm

bis 100 cm
Spannweite
bis 195 cm

bis 175 cm
Gewicht
bis 2 kg

bis 1,5 kg
VorkommenZentraleuropa, Asien, südl. Afrika
Süd und Nordamerika, südl. Afrika, mittleres Asien, tw. Europa
NahrungFische (Nagetiere, Kleinstvögel, Amphibien)
Amphibien, Insekten, Fische, Nagetiere
Aufenthalt
Gewässernähe mit Flachwasserbereichen
Feuchtgebiete, Wiesen
Gefieder
Grau, am Kopf weiß mit schwarzen Streifen, 3 Schopffedern, schwarze Schwingen
Weiß mit dunklen Bändern
Bedeutung für Menschen
Teichwirtschaft gefährdet
Geringer bis kein Einfluss

Der Silberreiher ähnelt dem Fischreiher sowohl in Größe, als auch Nahrung (wobei die Betonung auf Fische etwas niedriger ist), unterscheidet sich jedoch wesentlich durch das weiße Gefieder. In Deutschland ist der Silberreiher jedoch nicht so stark verbreitet und kommt nur in vereinzelten Regionen vor.

Graureiher und Silberreiher

Wesentliche Unterschiede ergeben sich für dich nur bedingt, denn wenn sich (seltener Weise) ein Silberreiher bei dir am Teich blicken lässt, sind die Maßnahmen zur Reiher-Abwehr für dich die gleichen. Das Positive dabei ist, dass der Silberreiher sich etwas besser vertreiben lässt.

Einen schwarzen Reiher gibt es in Deutschland übrigens nicht. Es könnte sich hierbei um einen SchwarzstorchOpens in a new tab. handeln. Dieser ist aber sehr menschenscheu und spielt kaum eine Rolle in der Teichkultur.

Ähnlich sehen auch der BlaureiherOpens in a new tab. und DreifarbenreiherOpens in a new tab. aus, welche jedoch in unseren Gefilden nicht heimisch sind. Wenn sich hier kein Exemplar besonders weit verirrt haben sollte sind diese beiden Reiherarten nicht das, was du gesehen hast.

Fischreiher – Lebensweise

Die bevorzugte Nahrung des Reihers sind natürlich Fische, wobei er auch Frösche, Schlangen und Wasserinsekten nicht verschmäht. Jagt er auf Feldern sind Mäuse und andere Nagetiere ebenfalls eine beliebte Beute.

Der Fischreiher ist ein Kolonievogel und lebt grundsätzlich in Gesellschaft anderer Fischreiher. Diese Gemeinschaften bieten Schutz und ermöglichen ein gewisses Sozialverhalten.

Fischreiher Kolonie

Auf Nahrungssuche geht er jedoch zunächst allein. Das Verhalten hängt jedoch stark von dem jeweiligen Nahrungsangebot ab. Bei einem ausreichenden Vorkommen kann es sein, dass mehrere Fischreiher ungestört nebeneinander herjagen.

Sollte das Angebot jedoch knapp sein wird das Territorium mitunter brutal verteidigt.

Der Reiher lebt monogam und nistet einmal im Jahr. Dabei wird ein (meist unfertig aussehendes Nest) langsam und mühevoll in die Baumkronen gebaut. Der Nistplatz kann sich in ungestörter Umgebung auch an geschützten Stellen am Boden befinden, was jedoch immer weniger der Fall ist.

Ein Gelege umfasst 4-5 Eier, welche eine helle grünblaue Färbung aufweisen. Nach 4-5 Wochen schlüpfen die Jungtiere und können nach 7 Wochen fliegen. In dieser Zeit liegt die Sterblichkeit des Nachwuchses bei über 70%.

Erwachsene Tiere können dann sehr alt werden und bis zu 34 Jahre auf dem Buckel haben.

Wie und wo landet ein Fischreiher?

Der Reiher lebt in Kolonien und zieht von diesen aus in sein Jagdrevier. Dabei kundet er mögliche Gewässer aus größerer Höhe aus und fliegt diese dann an.

Da sich aus der Art des Anflugs auch gute Abwehrmaßnahmen ergeben können, wollen wir uns die Landung einmal ansehen.

Der Fischreiher ist ein relativ großer Vogel und benötigt zur Landung eine größere Fläche. Hierzu fliegt er den Zielbereich meist flach an und wird dann in geringer Höhe langsamer. Er kann aber auch sehr steil landen, wenn es das Gelände erfordert. Dann muss aber trotzdem der Anflugsektor frei von Hindernissen sein.

In diesem kurzen Clip kannst du schön das Anflugprofil sehen:

In der Regel werden hierfür Freiflächen in der Nähe des Zielgewässers ausgesucht und anschließend in das Wasser gewatet. Der Fischreiher kann auch auf dem Wasser landen, vermeidet dies aber meistens (unter anderem um die Beute nicht zu verscheuchen).

Der Start erfolgt dann mit kräftigen Flügelschlägen und in Bodennähe, kann aber auch von einem Punkt aus erfolgen. Auch hier muss es einen ausreichenden Freiraum nach dem Abheben geben.

In diesem Video einer Überwachungskamera sieht man sehr schön, wie der Fischreiher seinen Anflug den Begebenheiten anpasst und sehr steil (2 Mal) landet und anschließend zum Teich geht. Außerdem kann man beobachten, dass der Abflug von einem Punkt (wenn auch erhöht) erfolgen kann.

Wie jagt ein Fischreiher?

Nach der Landung geht der Reiher mit langsamen vorsichtigen Schritten in den Uferbereich des anvisierten Gewässers. Dabei versucht er möglichst leise und vorsichtig zu sein, um die Fische nicht zu verjagen.

Im seichten Flachwasser stellt sich der Reiher auf und wartet auf vorbei schwimmende Beute. Auf Grund seines guten Sehvermögens kann er diese gut ausfindig machen. Sobald die Beute in seinen Bereich kommt schnell er mit dem spitzen Schnabel hervor, spießt sie auf und erlegt sie so.

Waten und Warten

Die Fische können bis zu 30 cm groß sein und werden am Stück heruntergeschlungen. Es werden bis zu 500g Fisch pro Tag gefressen. Da der Fischreiher gerne im gleichen Bereich jagt, verringert sich der Bestand in einem kleinen Teich schnell.

Die aktivste Zeit für die Jagd ist dabei der Frühsommer, da sich hier der maximale Bedarf für die Versorgung des Nachwuchs einstellt. Nun ist der Fischreiher fast den ganzen Tag unterwegs und auf Futtersuche.

Der Fischreiher kann theoretisch auch schwimmend jagen, dies ist aber die absolute Ausnahme und wirst du nur bei starkem Futterdruck und mangelnden Alternativen zu Gesicht bekommen.

In Ausnahmefällen ist der Fischreiher auch auf Wiesen unterwegs und jagt aktiv. Dann lauert er Mäusen und ähnlichen Tieren auf und läuft diesen dann auf kurze Distanz hinterher, um sie zu erlegen.

Der Normalfall bleibt aber das waten und warten.

Wie erkenne ich einen Fischreiherbefall?

Sollte sich der Verdacht eines aktiven Fischreihers in Teichnähe ergeben, gilt es diese Gefahr zu verifizieren.

Am einfachsten und eindeutigsten ist natürlich die aktive Sichtung eines solchen Exemplars. Die Beobachtung sollte dann auch ohne eingetretenen Fischverlust Ernst genommen werden, denn der Fischreiher ist nicht zum Spazieren gehen da gewesen.

Eindeutige Sichtung

Je nach Teichform und Besatz ist der Bestand an Fischen gut zu überschauen. Ein klares Indiz für einen Befall ist in diesem Fall ein spürbarer (auch rasanter) Rückgang der Population. Die Fische verschwinden nicht von selbst und ein plötzliches Absterben bleibt nicht unbemerkt. Insofern ist nur eine Entnahme der Tiere möglich und die Ursache häufig ein Fischreiher.

Zusätzlich kannst du natürlich auf die Spurensuche gehen und dich nach Fußabdrücken der ungeliebten Vögel umsehen. Gerade im Uferbereich sind im Sand Abdrücke zu finden, die der nicht ganz leichte Reiher hinterlässt. Die Form ist die eines Dreizacks mit 3 vorderen und 1 hinteren Zeh. Markant ist natürlich die Größe von ca 15 cm. Kein anderer wassernaher Vogel besitzt so große Füße.

Fischreiherspuren sind ca. 15cm lang

Eine weitere Hinterlassenschaft könnte abgesetzter Kot der Tiere sein. Der Fischreiherkot hat dabei keine spezielle Form oder ein eindeutiges Aussehen. Der Stuhlgang des Reihers ist dem von kleinen Säugetieren ähnlich. Er ist häufig „wurstförmig“ und breiig, kann aber andere Formen und Konsitenzen annehmen. Die Farbe des Kot liegt je nach Nahrung zwischen grünen und sehr dunklen Tönen.

Enthalten sind meist Federn, Knochenreste und ähnliche nicht verdauliche Bestandteile. Daher wird der Kot auch Gewölle oder Speiballen genannt. Auffällig ist auch die größere Menge und natürlich der Fundort am Wasser.

Solltest du dir immer noch nicht sicher sein, kannst du dir überlegen, ob du eine technische Aufklärungslösung einsetzen möchtest. Dabei kannst du natürlich für viel Geld Überwachungskameras einsetzen, aber ich finde das ist nicht nötig.

Mit einer (relativ) günstigen Wildkamera bist du ausreichend aufgestellt und hast schnell Ergebnisse. Mir ist dabei wichtig, dass ich die Kamera sofort bedienen kann und mir keinen Stress um Stromversorgung, Wasserschutz usw. machen muss. Daher fällt meine Wahl auf die Victure WildkameraOpens in a new tab., die es für unter 50 EUR gibt.

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Sind dir Standbilder nicht genug, das Gebiet etwas weiträumiger, die Wildkamera schlecht zu installieren oder du möchtest auch sehen, was der Fischreiher da genau macht, dann kannst du natürlich auch eine Überwachungskamera installieren.

Da geht es preislich allerdings schnell aufwärts, wenn es ein ordentliches Gerät sein soll. Da tendiere ich absolut zu der Ring Spotlight Cam BatteryOpens in a new tab., die einen super Funktionsumfang hat und vor allem ohne Stromanschluss funktioniert. Der große Vorteil für die Reiherabwehr ist hier die Alarm- und Gegensprechfunktion, womit du sogar direkt eingreifen kannst! Nachteil ist absolut der Preis (über 200 EUR) und das Speicher-Abo, das du abschließen musst.

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Alternativ kannst du auch eine Überwachungskamera von PresenceOpens in a new tab. nehmen, die du allerdings an den Hausstrom anschließen musst. Der große Vorteil ist, dass du kein Abo für die Speicherung brauchst und so langfristig günstiger bist. Dafür ist der Startpreis nochmal etwas höher und mit Sirenenfunktion sogar fast unbezahlbar (fast 400 EUR).

Ich würde dir raten bei der Victure WildkameraOpens in a new tab. zu bleiben. Das sind gut investierte 50 EUR und du hast erreicht, was du wolltest. Wenn du nicht sowieso eine Überwachungsanlage installieren wolltest reicht das!

Maßnahmen gegen Fischreiher

1. Anlage des Teichs

Der Fischreiher ist ein optimierter Jäger für freie Natur. Seine Stärken kann er häufig auch in Menschennähe ausspielen, aber eben nicht immer.

Um dies zu vermeiden, gilt es ihm die Bedingungen so schwer wie möglich zu machen. Solltest du es schaffen dem Reiher deinen Teich unattraktiv oder unzugänglich machen, sind deine Fische langfristig sicher.

Am besten geht dies mit der Anlage des Teichs. Hierzu musst du nur im Vorfeld das Problem schon sehen. Dann sind wenige Überlegungen und ein bisschen Mehraufwand bei der Installation alles was es braucht.

Wichtig ist, dass der Fischreiher nur schwer einen Bereich findet, in dem er jagen kann.

Schwieriges Revier: Hohe Uferkanten

Hierzu eignen sich insbesondere ein hoher Uferbereich. Befindet sich ein sehr steiles (bis senkrechtes) Gefälle an der Uferkante tut sich der Reiher schwer ins Wasser zu waten. Desto höher diese Kante ist, desto unpraktischer wird es für ihn. Dies kannst du entweder mit künstlichen Elementen darstellen, oder natürlich mit einer hohen (aber befestigten, damit lange haltbaren) Uferkante.

Ausreichend ist dies aber nicht, denn der Fischreiher fliegt zur Not auch ins Wasser, wenn er dort ein passendes Jagdrevier vermutet und keine Alternativen findet.

Daher solltest du darauf achten, dass es wenig Flachwasserzonen gibt. Der Fischreiher watet in diesen Bereich und jagt dort nach deinen Fischen. Kann er nicht im flachen Wasser stehen ist seine primäre Fangmethode jedoch nicht möglich und ein Besuch unwahrscheinlich. Dazu sollte das Wasser mindestens 50 cm tief sein, um dem Vogel die Standgrundlage zu nehmen.

Auch diese Maßnahme für sich ist nicht genug. Ist der Uferbereich gut zugänglich jagt der Fischreiher nämlich von dort aus, deswegen solltest du eine hohe Uferkante und tiefes Wasser stets kombinieren.

Natürlich sind beide Maßnahmen auch eine optische Frage, denn so ein Teich mit hoher Uferkante und fehlendem Flachwasser ist unnatürlich und nicht jedermanns Sache. Außerdem ist diese Form des Schutzes nur im voraus möglich.

Für bestehende Teiche solltest du eher in Betracht ziehen, den Uferbereich unzugänglich zu machen. Dies kannst du mit einem starken Bewuchs oder mit künstlichen Hindernissen durchführen. So versperrst du dem Fischreiher den Weg.

Doch denke daran, dass der Reiher bei entsprechender Verlockung auch im Wasser landen kann. Dennoch solltest du ihm den Zugang durch das Verstellen erschweren, denn mehr Aufwand bedeutet weniger Ertrag!

TIPP: Durch sehr unebenen Untergrund (zum Beispiel große Steine) findet der Reiher nicht genug Halt und kann dort schlecht absetzen und gehen. Dies kann eine Alternative sein, falls es optisch für dich in Frage kommt!

2. Netze spannen

Das Anlegen des Teichs ist ein grundlegender Baustein in der Reiher-Abwehr, aber leider häufig nicht berücksichtigt und so kommt es, dass du dir erst Gedanken um deinen Fischbestand machst, wenn der Fischreiher das Buffet entdeckt hat.

Nachträgliche Maßnahmen sind nun gefragt und einer der effektivsten Dinge, die du tun kannst, ist ein Netz über das gefährdete Wasser zu spannen.

Das ist optisch natürlich nicht das, was man sich von einem Gartenteich erwünscht, aber manchmal kommt man daran nicht vorbei. Der Vorteil ist die superschnelle Installation und der unmittelbare Erfolg. Im Idealfall ist das Netz nur eine Übergangslösung, bis andere Abwehrmaßnahmen aufgebaut sind.

Die Netzwahl ist dabei eigentlich gar nicht so wichtig, denn der Reiher hat mit seiner Größe keine Chance durch normale Netzweiten hindurchzuschlüpfen.

Wenn du dir ein Netz zulegst solltest du darauf achten, dass es sich um wetterbeständiges Material handelt.

Der Rest ist dann etwas Optik und Geschmackssache. Beachten musst du, dass mit einer kleinen Maschenweite auch alles auf dem Netz liegen bleibt. So kann sich im Herbst das Laub darauf sammeln und eine sehr häufige Reinigung wird notwendig. Dafür hast du das Laub nicht im Teich. Wie gesagt ist es hier eine Frage der persönlichen Vorliebe.

Ich persönlich würde eher ein engmaschiges Netz (wie das von ViirkujaOpens in a new tab.) nehmen, bei dem auch die einzelnen Fäden automatisch dünner sind. Das beeinträchtigt die Optik etwas weniger und als Übergang ist das mehr als ausreichend.

3. Drähte spannen

Langfristig möchtest du das Netz natürlich nicht auf dem Teich haben und so bietet sich die Installation von kleinen Drähten über den Teich an, die dem Reiher den Zugang erheblich erschweren.

Der große Vorteil ist, dass du nur leichte optische Einschränkungen hast. So ein dünner Draht ist nahezu unsichtbar und trotzdem super effektiv!

Die Installation ist natürlich etwas komplexer als das Auslegen eines Netzes, aber die Variante würde ich dennoch immer vorziehen!

Die Installation der Drähte ist aber einfacher als du denkst. Je nach Teich brauchst du nur Befestigungsmöglichkeiten im Uferbereich. Dies kann ein im Boden befestigtes Querrohr sein, oder sogar nur einzelne senkrechte Befestigungspositionen die auch kaum auffallen. Im bewachsenen Uferbereich sind diese fast nicht auszumachen.

Drähte oder Schnüre verhindern den Reiher-Zugang

An diesen Punkten spannst du dann die Drähte quer über den Teich. Die Abstände der Drähte sollten nicht größer als 20 cm sein. Wichtig ist außerdem, dass die Befestigungspunkte gut verankert sind. Nicht selten probiert der Fischreiher das neue Hindernis aus und es wäre ziemlich unpraktisch, wenn er den Schutz zerstört!

TIPP: Nutze für die Abspannung dicke Angelsehne (100er Nylon). Die ist extrem beständig, kaum sichtbar und super easy zu verarbeiten!

4. Einflugschneise besetzen

Mit einer Abspannung oder einem Netz kannst du auch den Flugweg des Reihers behindern. Wie wir gesehen haben braucht der Räuber etwas Platz und gerade in engen Gartenanlagen gibt es häufig nur kleine Bereiche in denen er anfliegen kann.

Diese Einflugschneisen kannst du mit einer technischen Installation (Netz, Draht etc), mobilen Anlagen (Windspiel, große Dekoartikel usw) und dann auch langfristig auf natürliche Art (Hecke, Baum) unzugänglich machen.

Der Effekt kann in solchen beengten Situationen groß sein, aber du musst weiterhin beobachten, ob es nicht doch zu einem alternativen Zugangsweg kommt.

5. Elektronische Vertreiber

Nach den grundsätzlichen baulichen Maßnahmen stellt sich natürlich auch die Fragen, ob man den Reiher nicht auch elektronisch verjagen kann. Im besten Fall mit wenig Aufwand und großem Effekt.

Dieses Bedürfnis decken diverse Geräte auf dem Markt und die meisten funktionieren mit einem Bewegungsmelder und einem anschließenden Abschreckungsprogramm. Das geht von Lichtblitzen über Laser und spezielle Tonaufzeichnungen.

Hierdurch soll der Fischreiher verschreckt und schließlich verjagt werden. Jedoch sind genaue diese Methoden nicht zwingend erfolgversprechend.

Eines der bekannteren Geräte ist der Pond Guard Shuffle von VeldaOpens in a new tab., den es für immerhin über 150 EUR zu erwerben gibt. Versprochen wird ein effektives Vertreiben, jedoch deuten einige Erfahrungsberichte darauf hin, dass es eine hohe Gewöhnung des Reihers gibt.

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Das Gerät von Velda hat den Vorteil, dass es einfach zu installieren und auch individuell einstellbar ist. Nicht jeder möchte Laser oder Vogelgeschrei im Garten haben.

Ich würde mir aber genau überlegen, ob ich wirklich so viel Geld ausgeben würde, wenn der Effekt nicht sicher ist.

Meine Empfehlung geht daher von diesem Art weg und klar zur besten Methode:

6. Fischreiherschreck

Denn hier wird eine Verscheckung eingesetzt, die keinen Gewöhnungseffekt hervorruft. Während der Reiher anfangs noch den Laser befremdlich findet, merkt er schnell, dass ihm nichts passiert.

Beim Fischreiherschreck wird über einen Bewegungsmelder ein Bereich gescannt und bei einem Auftreten ein Wasserstrahl ausgelöst, der den Reiher trifft und ihn so direkt tangiert. Der Wasserstrahl ist natürlich ungefährlich, aber der Fischreiher ist erstens überrascht und wird zweitens mit Druck „berührt“. Und das schmeckt ihm gar nicht.

Daher ist diese Methode mein absoluter Favorit und darf in keinem Fischreiher-Abwehrprogramm fehlen!

Allerdings muss gesagt sein, dass der Fischreiherschreck natürlich auf eine Wasserzufuhr angewiesen ist und mit einem Schlauch verbunden werden muss. Was dich jedoch erstmal zusammenzucken lässt, sollte dich nicht abschrecken, denn die Methode funktioniert und der Mehraufwand ist mehr als angebracht.

Auch hier sind einige Hersteller am Markt und das Gerät von GardigoOpens in a new tab. macht noch den besten Eindruck. Auch wenn die Rezensionen erstmal nicht so toll aussehen, würde ich mich davon nicht abhalten lassen.

So eine Wasserabwehr muss präzise eingestellt werden und bei der Installation musst du einige Punkte des Herstellers beachten. Da kann schnell Frust auftreten, aber wenn man den Aufbau einmal mühsam beendet hat, ist die Funktion absolut überzeugend!

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7. Attrappe wirkt nur bedingt

Günstiger, aber leider nicht zu empfehlen sind Fischreiher-Attrappen. Diese Dekovögel sollen dem Räuber signalisieren, dass das Revier bereits besetzt ist.

Was in der Theorie noch ganz gut klingt scheitert in der Praxis an mehreren Punkten.

Zunächst kommt es stark darauf an, wie das aktuelle Kolonieverhalten des Reihers aussieht denn so ein Kollege am Teich kann auch das Signal sein, dass sich der Anflug lohnt.

Dann hat der Reiher ein hervorragendes Auge und erkennt sofort, wenn es sich um eine billige Attrappe handelt.

Dazu kommt noch die hohe Gewöhnung, denn so ein Deko-Vogel bewegt sich kaum und das wiederum ist nicht natürlich. Der Räuber wird den Betrug schnell entlarven.

Daher kann ich dir nur von der Methode abraten.

Fall du dennoch diese Abschreckung ausprobieren willst, achte auf ein wirklich gutes ModellOpens in a new tab. und stelle den Vogel regelmäßig um!

8. Reflektoren wirken nur bedingt

Ebenfalls gerne empfohlen werden Reflektoren aller möglicher Art. Dies geht von Objekten am Teichrand, über schwimmende Silberkugeln bis zu selbst gebauten Spiegel-Inseln.

Die Grundidee ist dabei gar nicht mal unsympathisch, denn natürlich stört es den Fischreiher, wenn er plötzlich geblendet wird oder ungewohnte Lichtquellen wahrnimmt.

Aber auch hier ist die Gewöhnung das Schlagwort und der Reiher wird schnell merken, dass ihm nichts Böses droht.

Außerdem scheint die Sonne nicht jeden Tag und so werden bei bewölktem Wetter die Spiegel schnell wirkungslos.

Investiere lieber deine Zeit und dein Geld in langfristige Lösungen!

9. Ultraschall wirkt nicht!

Gleich danach kommen Ultraschallgeräte, die durch einen Bewegungsmelder auslösen und in einem Frequenzbereich Geräusche ausstrahlen, der nicht durch den Menschen wahrgenommen wird.

Vereinfacht gesagt wirken diese Geräte (trotz aller Versprechungen) einfach nicht. Fischreiher nehmen Ultraschall gar nicht wahr und es gibt keine Studie, die eine aussagekräftige Wirkung solcher Geräte nachweisen konnte.

Genau nachlesen kannst du dies in meinem Beitrag mit allen wesentlichen Studien und Infos zu den Hörbereichen: https://ungeziefer-pilot.de/ultraschall-gegen-maus-test-studien-erfahrungen-zur-wirksamkeit/

10. Elektrozäune vs Tierschutz

Eigentlich sollte dies offensichtlich sein, aber auch diese Methode wird leider viel zu häufig angepriesen.

Dabei gibt es auch hier zwei entscheidende Gründe keinen elektrischen Zaun zu installieren.

Die Methode ist aus tierschutzrechtlicher Sicht sehr fragwürdig. Nur kleinste ungefährliche Spannungen dürften überhaupt eingesetzt werden. Wo und wie viel das jedoch ist lässt sich kaum sagen. Außerdem kommen auch andere Tiere an diesen Zaun.

Und wenn das nicht reicht, soll noch erwähnt werden, dass diese Zäune meist keine Wirkung erzeugen. Ich habe schon solche Installationen gesehen, auf denen der Reiher dann gemütlich herumspaziert ist. Durch ein leichtes Zucken des Flügels war sogar zu erkennen, dass es tatsächlich Stromstöße gab.

Also Hände weg vom umständlichen Elektrozaun.

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