Ameisen beim Camping: So wirst du sie los (Anleitung)


Mit einem Wohnmobil oder im Zelt auf dem Campingplatz begibt man sich in die Natur und genießt die Ruhe von Stadt und Alltag.

Nicht selten kommt es dabei zum Kontakt mit Ameisen, die mitunter zu einer Plage in dem Wohn- und Schlafbereich werden können.

Woher sie kommen, wie man sie loswerden und fernhalten kann zeigen wir hier!

Warum kommen Ameisen in den Wohnwagen / das Zelt?

Ameisen sind kleine Insekten die in einem Staat leben und auf der ganzen Welt beheimatet sind. In Europa gibt es über 200 Arten. In kälteren Regionen (nördlich der Alpen) halten sie Winterruhe, in wärmeren Gebieten (ab dem Mittelmeer) können sie auch das ganze Jahr aktiv sein.

Die Ameisen sind dabei weit verbreitet und kommen nahezu überall vor. Daher gilt:

Die Ameisen in deinem Wohnmobil oder Zelt sind an deinem Standplatz bereits vorher beheimatet gewesen. Die (durch dich) eingebrachte Nähe zu menschlicher Infrastruktur änderte das Habitat und somit auch das Jagd- und Sammelrevier.

Ameisen im Wohnwagen / Zelt: So kommen sie rein

Die Ameisen begeben sich auf Nahrungssuche und reagieren hierbei stark auf Gerüche. Wird eine Quelle ausgemacht bildet sich eine pheromonbasierte Ameisenstraße und die Insekten kommen massenhaft herein.

Ameisen auf Nahrungssuche

Ameisen sind dabei sehr agil und können kleinste Öffnungen und Undichtigkeiten nutzen.

Zelte: Häufigste Eintrittspunkte

  • offen gelassene Zelte
  • Löcher in der Außenschicht
  • undichte Reißverschlüsse
  • Lüftungsöffnungen

Wohnmobile: Häufigste Eintrittspunkte

  • offene Fenster und Türen
  • Schäden an Tür- und Fensterdichtungen
  • Lüftungsöffnungen
  • Drainageöffnungen
  • Undichtigkeiten in Verkleidungen
  • Radkästen
  • Stützräder
  • Stromkabel

Ameisen im Zelt: So wirst du sie los

Sollten sich die kleinen Insekten einmal eingenistet haben gilt es so schnell wie möglich zu handeln, denn von alleine werden sie nicht wieder verschwinden.

Wichtig ist zu verstehen, dass dein Wohnwagen / Zelt in dem Revier der Ameisen steht und sie auf Nahrungssuche sind.

  1. Standplatz wechseln
    Sollte die Ameisenplage zu stark sein macht es Sinn über einen Wechsel des Standortes nachzudenken. Oft reichen dabei schon 5 – 10 Meter. Hierdurch wird das Revier verlassen und die Ameisen werden nach einer Reinigung (Beseitigung der Ameisen und deren Duftspuren) weniger.
  2. Nahrungsmittel verschließen
    Die Ameisen sind auf Nahrungssuche und haben wahrscheinlich etwas bei dir gefunden. Verschließe daher alle Lebensmittel und sorge dafür, dass keine Reste in Zeltnähe lagern.
  3. Öffnungen abdichten
    Einfach und effektiv ist das Schließen der Zutrittsorte. Halte dein Zelt stets geschlossen und versuche Öffnungen abzudichten. Hierzu reicht schon einfaches Tape.
  4. Duftspuren beseitigen
    Bei einem Zelt lässt sich häufig gut nachvollziehen woher die Ameisen kommen, da der abzusuchende Bereich kleiner als bei einem Camper ist. Hast du den Ursprung ausgemacht solltest du zwischen Nest und Zelt die Erde bearbeiten. Hierzu reicht abhaken / abfegen / mit Füßen zerwühlen. Dies beseitigt die Duftspur und die Ameisenstraße ist gestört.
  5. Kieselgur auslegen
    Die effektivste und naturschonendste Methode ist das Auslegen von Kieselgur um das Zelt. Das Substrat besteht aus fossilen Kieselalgen und ist mikroskopisch scharfkantig. Ameisen vermeiden das Überschreiten einer 2-4 cm dicken Schicht zu 100%! Du kannst versuchen Kieselgur im Gartencenter oder Baumarkt zu holen. Oder du bestellst sie online (hier auf Amazon ansehen).
  6. Schutzwall anlegen
    Solltest du keine Kieselgur einsetzen (wollen) kannst du mit einem Schutzwall die Ameisen abhalten. Dies kann mit Holz aus der Umgebung geschehen. Treffen Ameisen auf diesen Wall bewegen sie sich immer zu erst an dem Hindernis entlang und nur ungern herüber. Für eine gute Wirksamkeit sollte der Wall also möglichst geschlossen sein.
  7. Schutzgraben anlegen
    Das gleiche Prinzip verfolgt ein Schutzgraben. Jedoch sollte dieser mit Wasser gefüllt sein. Ameisen können nicht schwimmen. Die Umsetzbarkeit ist natürlich schwieriger, da das Wasser versickert und verdunstet. Du brauchst also eine Folie die du in den Graben legen kannst. Vielleicht hast du ja eine Unterlegfolie für den Zeltboden übrig die du einsetzen kannst.

Ameisen im Wohnwagen: Das kannst du tun

Die Bekämpfung von Ameisen in einem Wohnmobil ist deutlich schwieriger als in einem kleineren Zelt, da es deutlich mehr Eintrittsorte und Verstecke gibt. Dennoch sind die Maßnahmen sehr ähnlich.

  1. Standplatz wechseln
    Der Wechsel des Standorts mit einem Wohnwagen ist sehr umständlich und unangenehm, kann aber eine Alternative sein, falls die Ameisenplage zu groß wird.
  2. Nahrungsmittel verschließen
    Die Ameisen sind auf Nahrungssuche und haben wahrscheinlich etwas bei dir gefunden. Verschließe daher alle Lebensmittel und sorge dafür, dass keine Reste in der Nähe lagern. Müllbehälter sollten regelmäßig geleert werden. Obst sollte nicht offen stehen.
  3. Öffnungen abdichten
    Der Zugang von Ameisen in Wohnmobile ist komplex und vielfältig. Dennoch solltest du dich auf die Suche begeben. Mit etwas Glück findest du den Eintrittsort und kannst diesen abdichten.
  4. Duftspuren beseitigen
    Auch bei einem Wohnwagen kannst du diese Methode zur Unterstützung anwenden. Du musst nur die Erde bearbeiten. Hierzu reicht abhaken / abfegen / mit Füßen zerwühlen. Dies beseitigt die Duftspur und die Ameisenstraße ist gestört.
  5. Kieselgur auslegen
    Die effektivste und naturschonendste Methode ist auch hier das Auslegen von Kieselgur um das Wohnmobil. Das Substrat besteht aus fossilen Kieselalgen und ist mikroskopisch scharfkantig. Ameisen vermeiden das Überschreiten einer 2-4 cm dicken Schicht zu 100%! Du kannst versuchen Kieselgur im Gartencenter oder Baumarkt zu holen. Oder du bestellst sie online (hier auf Amazon ansehen).
  6. Schutzwall anlegen
    Solltest du keine Kieselgur einsetzen (wollen) kannst du mit einem Schutzwall die Ameisen abhalten. Dies kann mit Holz aus der Umgebung geschehen. Treffen Ameisen auf diesen Wall bewegen sie sich immer zu erst an dem Hindernis entlang und nur ungern herüber. Für eine gute Wirksamkeit sollte der Wall also möglichst geschlossen sein.
  7. Schutzgraben anlegen
    Das gleiche Prinzip verfolgt ein Schutzgraben. Jedoch sollte dieser mit Wasser gefüllt sein. Ameisen können nicht schwimmen und bilden auch keine Pheromonspur auf dem kühlen Nass. Die Umsetzbarkeit ist natürlich schwieriger, da das Wasser versickert und verdunstet. Du brauchst also eine Folie die du in den Graben legen kannst.
  8. Köderdosen aufstellen
    Im Wohnwagen kann das Aufstellen von Köderdosen die Bekämpfung unterstützen. Ameisen werden von den Stoffen angelockt, nehmen diese auf und Verteilen sie im Staat. Im Idealfall ist so die Königin betroffen und stirbt, woraufhin der Staat sich ebenfalls auflöst. Die Methode ist jedoch sehr unsicher und dauert sehr lange. Verlasse dich nicht ausschließlich darauf!

Das solltest du nicht tun

Neben diesen natürlichen Mitteln gibt es weitere Maßnahmen, die wirksam sein können. Insbesondere beim Camping haben viele von ihnen haben entscheidende Nachteile. Daher solltest du folgendes nicht tun:

  • Gift im Zelt / Wohnwagen einsetzen
    Der Einsatz von Giftstoffen zur Bekämpfung von Ameisen beim Camping ist nicht ratsam. Insbesondere Sprays sollten nicht verwendet werden. Durch die kleinen Räumlichkeiten ist die Konzentration der Stoffe sehr hoch und sollte vermieden werden.
    Die Minimaldosierungen in den Köderdosen ist hiervon ausgenommen.
  • Gift im Außenbereich
    Chemische Mittel sollten beim Camping auch nicht außerhalb der Behausung eingesetzt werden. Diese schaden nicht nur den Ameisen sondern auch vielen anderen Lebewesen. Wer campt begibt sich in die Natur und sollte Schäden in dieser nicht provozieren. Außerdem sind die chemischen Maßnahmen meist ineffektiv und können sogar Schäden an der Zeltplane hinterlassen.
  • Backpulver
    Das Triebmittel wird gerne zur Bekämpfung von Ameisen eingesetzt. Die Insekten nehmen das Backpulver auf und sterben. Dies tötet zwar die Einzeltiere, jedoch erhöht die Königin daraufhin sofort die Nachwuchsproduktion, um diesen Mangel auszugleichen.
  • Öle
    Stark riechende Öle können Ameisen abhalten. Diese sollten aber nur in Bereichen eingesetzt werden, in denen kein direkter Kontakt zur Natur besteht. Ein paar Tropfen auf die Stütze mit der Ameisenstraße wirkt. Es muss aber unbedingt vermieden werden, dass das Öl in die Natur gelangt. Da dies kaum ausschließbar ist, solltest du darauf verzichten.
  • Essig
    Das stark riechende Haushaltsmittel schreckt die Ameisen ebenfalls ab. Durch den hohen Säuregehalt beeinträchtigt es aber Flora und Fauna. Hinzu kommt, dass Essig Gummi & Co angreift und langfristige Schäden verursachen kann.

Wie vermeidet man Ameisen bei der Platzwahl?

Die beste Methode keine Ameisen in seinem Zelt / Wohnwagen zu haben ist die Vermeidung der Nähe zu Nestern. Die richtige Auswahl und Kontrolle des Standorts verringern die Wahrscheinlichkeit eine Ameisenplage zu bekommen.

Eine 100%ige Garantie gibt es dabei nicht, da die Vielzahl an Ameisenarten dazu führt, dass fast überall Ameisenvölker heimisch sind. Aber es gibt Orte, an denen sie sich mehr und weniger wohl fühlen.

Wie erkennt man einen gefährdeten Platz?

Solltest du diese Begebenheiten in der Nähe deines Standorts haben gilt es vorsichtig zu sein. Desto mehr Faktoren zutreffen desto größer ist das Risiko.

In dieser Nähe haben Ameisen gerne ihr Nest:

  • Bäume
  • Schatten (oder Halbschatten)
  • Trockener Untergrund (auf keinen Fall regelmäßig geflutet)
  • Geschützte Bereiche (unter Steinen, in Totholz, Blumenkübeln etc.)
  • Nahrungsmitteln (Mülltonnen, Kompost)

Dabei ist die Anpassungsfähigkeit von Ameisen enorm und du solltest auf jeden Fall versuchen ein Ameisennest vor dem Aufbau zu entdecken.

Wie erkennt man ein Ameisennest?

Ein Ameisennest kann verschiedene Erscheinungsformen haben. Neben den seltenen Hügelnestern sind vor allem Erdnester weit verbreitet. Diese können sich durch kleine Hügel mit dem Erdaushub zeigen. In geschützten Bereichen ist unter Umständen aber auch kein optisches Anzeichen erkennbar.

Neben den eigentlichen Nestern ist die Aktivität der Ameisen ein guter Indikator für ein Ameisenvolk in der Nähe. Dabei solltest du dich in erster Linie auf die Suche nach den Ameisenstraßen machen, da diese am leichtesten zu entdecken sind.

Ameisenstraße

Ameisenstraßen bilden sich häufig an strukturellen Grenzen (entlang von Wänden) und natürlich in der Nähe von Nestern und Nahrungsmitteln. Dies können menschliche Überreste sein oder auch natürliche Dauerquellen (wie Blattläuse auf einem Baum).

Wichtig bei der Suche von Ameisennestern ist, dass du tagsüber Ausschau hältst, wenn die Temperaturen nicht zu niedrig sind. Bei Kälte und Nachts sind Ameisen deutlich weniger aktiv und die Suche gestaltet sich deutlich schwieriger. Am besten eignet sich daher der frühe Nachmittag.

Fressen Ameisen Zelte?

Ameisen ernähren sich von tierischen Produkten und haben eine große Palette an Quellen in der Natur. Sie verzehren keine künstlichen Stoffe.

Dennoch kann es vorkommen, dass Ameisen solche Materialien beschädigen, um einen Bau fortzusetzen oder Nahrung zu suchen.

Dabei ist es auch möglich, dass sie die dünne Haut von Zelten beschädigen.

Dies liegt an der leichten Konstruktion der Stoffe. Es werden dünne und wasser- und reißfeste Materialien verwendet. Die kleinen scharfen Beißwerkzeuge der Ameisen können feine Beschädigungen hervorrufen, die in der Summe zu Löchern führen.

Es gibt kein 100% sicheres Zelt

Diese „Angriffe“ sind jedoch sehr selten und kein Grund zur Sorge. Meist haben die Ameisen kein Interesse und genug andere Nahrungsquellen in der Umgebung.

Solltest du eine Beschädigung von Ameisen dennoch befürchten kannst du die vorhanden Ameisen manuell entfernen (abfegen, absaugen) und anschließend den Standort mit Kieselgur absichern (hier auf Amazon ansehen).


Martin

Martin ist Gründer und Autor bei ungeziefer-pilot und besitzt einen weiten Erfahrungsschatz, den er gerne teilt. Der richtige Umgang und der Einsatz wirklich effektiver Mittel liegen ihm besonders am Herzen.

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