Maulwurf Lebensweise – 18 Fragen, 18 Antworten


Maulwürfe leben im Verborgenen und fallen nur durch ihre markanten (häufig störenden) Erdhügel auf.

Doch es gibt viele spannende Fragen zu einem der bekanntesten Erdbewohner in unserer Gegend.

Diese und viele weitere Fragen findest du in diesem Beitrag.

Wo kommt der Maulwurf vor?

Maulwürfe sind Säugetiere und kommen in Europa, Asien und Nordamerika vor. Von den insgesamt 50 Arten ist in Deutschland jedoch nur der Europäische Maulwurf beheimatet.

Das macht es einfach für dich, wenn du auf die Erdhaufen triffst, denn du musst nur unterscheiden, ob es sich um Wühlmäuse oder Maulwürfe handelt, nicht aber welche Maulwurfs-Art!

Wie sieht der Maulwurf aus?

Der Maulwurf ist ein kleines schwarz behaartes Tier, das unter der Erdoberfläche lebt und sich ideal angepasst hat. Er wird bis zu 16 cm lang und 7 cm hoch. Dabei erreicht er ein Körpergewicht von 130 g. Er besitzt kurze Gliedmaßen und einen kräftigen röhrenförmigen Körper mit einem kurzen buschigem Schwanz. Sein Kopf ist spitz zulaufend und endet in einer spitzen Schnauze.

Seine Augen sind klein und tief in das Fell eingefasst. Er besitzt Ohren, aber keine Ohrmuscheln.

Besonders auffällig sind die Vorderpfoten, die als Grabschaufeln ausgeprägt sind. Sie verrichten die Hauptarbeit beim Ausheben der Gänge und sind wie die Schultermuskulatur extrem kräftig.

Die fünf Finger sind verstärkt und über eine feste Haut- und Hornschicht miteinander verbunden. Am Ende sitzen “Fingernägel“ die das Graben vereinfachen. Trotz der massiven Struktur kann der Maulwurf durch zahlreiche Nervenenden mit den Pfoten gut fühlen.

Sind Maulwürfe blind?

Nein. Maulwürfe haben zwar einen sehr schwach ausgeprägten Sehsinn, sind aber nicht blind. Sie können zwischen hell und dunkel unterscheiden.

Zum Jagen und Orientieren können sie ihre Augen daher natürlich nicht benutzen. Hierzu nutzt der Maulwurf seine anderen Sinne. Jagen Sie unterstützen jedoch das Erkennen von Tageslicht und somit von Gefahr. Dies ist insbesondere dann nützlich, wenn der Maulwurf seinen Bau verlassen muss.

Warum gräbt der Maulwurf Gänge?

Die Gänge des Maulwurfs dienen nicht nur der Fortbewegung, sondern sind ein ausgeklügeltes Jagd- und Belüftungssystem.

Regenwürmer (und andere Mahlzeiten) bewegen sich durch das Erdreich und gelangen mit etwas Pech in einen der gebuddelten Gänge. Auf einer Standardpatroullie oder durch seine feinen Sinneshärchen bemerkt der Maulwurf die Beute und sucht diese flink auf. Durch das weite Netz an Gängen ist es ihm möglich seinen enormen Energiebedarf zu decken.

Denn Maulwürfe haben einen unheimlichen Stoffwechsel und vertilgen bis zu 50% ihres eigenen Körpergewichts am Tag!

Dieser rasante Verbrauch ist notwendig, denn unter Tage ist der Kohlendioxid-Gehalt höher und der Sauerstoff-Gehalt niedriger als außerhalb des Baus. Daher benötigt der Maulwurf eine hohe Zahl an roten Blutkörperchen, welche entsprechend versorgt werden müssen.

Graben zum Luftaustausch

Um möglichst viel Sauerstoff und möglichst wenig Kohlendioxid im Gangsystem zu haben gräbt der Maulwurf Gänge und öffnet diese zur Erdoberfläche. Dies ermöglicht eine geringe, aber lebensnotwendige Durchlüftung.

Wie sieht der Bau eines Maulwurf aus?

Der Bau eines Maulwurf ist geprägt durch eine Vielzahl an Gängen und Röhren, die das Erdreich in einem Umkreis von bis zu 6.000m² bei Männchen (ca. 2.000m² bei Weibchen) durchziehen.

Dabei legt der Maulwurf eine zentrale Kammer an. Diese dient dem Aufziehen des Nachwuchs und wird daher Brutkammer genannt. Sie ist deutlich größer als die umliegenden Bauten und wird mit Laub ausgelegt. Die Brutkammer ist in einer Tiefe von 0,5 m bis 1,0 m und kann an der Oberfläche durch einen besonders großen Erdhügel erahnt werden.

Neben der Brutkammer existieren auch Speisekammern. Diese werden für den Winter ausgehoben und dienen als Lagerstätte für den Winter.

Die Gänge sind dabei häufig ringförmig um die zentralen Kammern angeordnet.

Wie tief sind die Gänge des Maulwurf?

Die normalen Gänge des Maulwurfs sind in der Nähe der Erdoberfläche angesiedelt und nur 10 – 30 cm tief. Dies ermöglicht es ihm so viele Beutetiere wie möglich zu fangen, da diese sich häufig in den oberen Erdschichten aufhalten.

Außerdem ist hierdurch weniger Aushub notwendig, als mit einem tiefen Gang und die lebensnotwendige Durchlüftung kann besser stattfinden.

Wie schnell ist ein Maulwurf?

So ein Maulwurf sieht sehr behäbig aus und wird häufig unterschätzt. Er ist an sein Leben unter der Erde ideal angepasst und benötigt keine wahnsinnigen Sprintleistungen. Dennoch erreicht er unterirdisch gute 4 km/h!

Das hört sich wenig an, aber verglichen mit seiner Körpergröße ist dies enorm. Er nutzt diese Geschwindigkeit um schnell zu einer detektierten Beute zu gelangen und in Notsituationen zur Flucht.

Kann ein Maulwurf rückwärts kriechen?

Ja, ein Maulwurf kann vorwärts und rückwärts kriechen. Zwar ist die Hauptrichtung vorwärts, aber in den schmalen Gängen lässt es sich meist schlecht wenden und somit ist auch der Rückwärtsgang erforderlich.

Ermöglicht wird dies unter Anderem durch die flexiblen beweglichen Gliedmaßen. Aber auch das unidirektional gewachsene Haar erlaubt das Rückwärtskriechen, weil es sich so nicht aufstellt.

Wovon ernährt sich der Maulwurf?

Der Maulwurf ist ein reiner Fleischfresser und hat keinerlei Interesse an Wurzeln, Pflanzen und anderem Gemüse.

Seine Hauptnahrung sind Regenwürmer, Larven, Insekten, Asseln, Schnecken, Echsen und alles was sonst noch in seine Gänge gerät.

Maulwurf auf Nahrungssuche

Daher gilt der Maulwurf auch nicht als Schädling und ist durch das Tierschutzgesetz geschützt.

Deine Pflanzen im Garten werden durch den Maulwurf nicht geschädigt! (Vielleicht aber durch Wühlmäuse, die ebenfalls Erdhügel aufwerfen)

Wie findet der Maulwurf seine Nahrung?

In die Gänge fallende Regenwürmer und Insekten sind die Hauptnahrung.

Der Maulwurf findet diese auf einer seiner ständigen Kontrollgänge oder wenn er sie einzeln bemerkt und aufsucht.

Die Kontrollgänge finden alle paar Stunden statt und decken das ganze Röhrensystem ab. In der Regel findet dies in einem Zeitintervall von circa 4 Stunden statt.

Der Maulwurf besitzt feine Sinneshärchen an der Schnauze und am Schwanz. Dies können feinste Erschütterungen detektieren und verraten dem Räuber so, dass ihm etwas in die Falle gegangen ist.

Außerdem hat der Maulwurf einen gut ausgeprägten Geruchssinn, der ihn bei der Nahrungssuche unterstützt und den genauen Fundort schnell eingrenzt.

Hält ein Maulwurf Winterschlaf?

Nein, der Maulwurf hält keinen Winterschlaf. Er ist ganzjährig aktiv und benötigt im Sommer wie im Winter jede Menge Nahrung.

Auch im Winter aktiv

Da es im Winter deutlich weniger Beutetiere gibt ist der Maulwurf auf das Anlegen einer Vorratskammer angewiesen.

In dieser lagert er über die warme Jahreszeit Nahrung ein und vertilgt diese dann im Winter. Häufig werden hierzu Regenwürmer genutzt, denen der Maulwurf zunächst nur den Kopf abbeißt und den bewegungsunfähigen Rest aufbewahrt.

Ist der Maulwurf tag- oder nachtaktiv?

Der Maulwurf hat keinen ausgeprägten Tages-Rhythmus und ist sowohl tags als auch nachts aktiv. Es wechseln sich Ruhe- und Wachphasen unabhängig vom Stand der Sonne ab. Dabei umfassen diese Zyklen um die 4 Stunden.

Lebt der Maulwurf allein oder in einer Familie?

Der Maulwurf ist ein ausgeprägter Einzelgänger und verteidigt sein Revier sehr verbissen. Eine große Anzahl von Erdhügel weist somit nicht auf eine große Maulwurfsfamilie hin, sondern auf ein aktives Einzeltier.

Ergebnis eines Einzeltiers

Lediglich zur Paarungszeit werden die Räuber aktiver und suchen die Nähe eines Geschlechtspartners auf um sich fortzupflanzen.

Wie vermehrt sich der Maulwurf?

Im Frühjahr erweitert sich der Wirkkreis der männlichen Tiere und sie suchen aktiv nach weiblichen Maulwürfen in der Nähe.

Das Finden eines Geschlechtspartners ist dabei gar nicht so einfach und wird durch die sensiblen Sinne unterstützt.

Das Zeitfenster für eine Paarung ist nur sehr klein, da die Weibchen nur 30 Stunden paarungsbereit sind. Kommt es dann zu einem Aufeinandertreffen wird die Paarung in einem gang vollzogen und die Wege trennen sich wieder.

Nach einer Tragezeit von ca. 4 Wochen werden 2 – 5 Jungtiere geboren.

Wie wird der Maulwurfnachwuchs groß gezogen?

Maulwürfe sind Säugetiere und die Aufzucht des Nachwuchs fällt in die Verantwortung der Weibchen. Diese füttern die zunächst haar- und hilflosen Jungtiere über die Muttermilch.

Nach 4-7 Wochen kann der Nachruchs schließlich das Nest verlassen und sucht sich ein eigenes Revier

Wie alt wird ein Maulwurf?

Durch den enorm hohen Stoffwechsel entwickelt sich der Maulwurf sehr schnell. Er ist nach nur einem Jahr geschlechtsreif und wird selten älter als 3 Jahre.

Dies bedeutet jedoch nicht, dass der Maulwurfsbau nach 3 Jahren immer verwaist. Gerne ziehen neue Maulwürfe oder Wühlmäuse ein.

Was sind die natürlichen Feinde des Maulwurf?

Der große Schutz des Maulwurfs ist seine unterirdische Lebensweise. Dennoch kommt es vor, dass ihm andere Tiere nachstellen.

Insbesondere Störche, Füchse, Wildschweine, Dachse und Greifvögel können für ihn ein Problem werden.

(Neben diesen natürlichen Feinden ist mit großem Abstand der Mensch eine Gefahr, der den Lebensraum verkleinert, baulich verändert und aktiv verbotener Weise Jagd auf den Räuber macht.)

Im Normalfall ist der Maulwurf am empfindlichsten, wenn er den Erdhügel auswirft. Dann befindet er sich nah an der Oberfläche und kann dort gefangen werden.

In seltenen Fällen ist er aber auch außerhalb seines Gangsystems unterwegs und dann eine leichte gern gesehene Beute.

Wann ist ein Maulwurf über der Erde unterwegs?

Es gibt nur wenige Gründe, warum ein Maulwurf oberhalb der Erde unterwegs ist. In der Regel wird dies lebensnotwendig sein. Insbesondere Nahrungsmangel ist eine der ständigen Ursachen. Durch mangelnde Vorräte, tiefgefrorene Böden und andere Gründe kommt es dann vor, dass der Maulwurf an der Erdoberfläche jagt und versucht seinen Bedarf zu decken.

Selten und gefährlich

Außerdem kann es sein, dass er durch bestimmte Gegebenheiten (bauliche Änderungen, erster Auszug, Vertreibung durch den Menschen) sein Revier wechseln muss. Auch dann wird er für kurze Zeit und kurze Strecken an der Oberfläche zu sehen sein.

Diese besonderen Situationen sind rar gesät und stellen eine große Gefahr für den Maulwurf dar. Er versucht daher so wenig wie möglich an der Oberfläche zu sein.

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