Mäusekot – Aussehen, Gefahren, Umgang (inkl. Bilder)


Ein seltsamer Geruch in der Garage, ein paar verdächtige Krümel auf dem Balkon, ein Scharren in der Wand – und schon stellt sich die Frage, ob du hier die Überreste von Mäusen und Ratten entdeckt hast.

Die kleinen Nagetiere sind nicht nur Fraßschädlinge, sondern können auch diverse Krankheiten übertragen.

Ihre Ausbreitung in den eigenen vier Wänden gilt es daher unverzüglich festzustellen und zu bekämpfen.

Das Erkennen von Mäusekot stellt dabei den ersten und entscheidenden Schritt in der Beseitigung der Nagetiere dar und sollte sicher und zügig erfolgen.

Insbesondere zu Beginn des Befalls sind die Anzeichen nur schwer zu entdecken und erfordern ein paar grundlegende Kenntnisse.

Das Verständnis über das Verhalten der Mäuse stellt dabei die Grundlage dar, denn somit kannst du an den richtigen Stellen suchen und an Hand der Merkmale von Mäusekot einen Befall sicher feststellen.

Wie kann man einen Befall von Mäusen feststellen?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die kleinen Nagetiere zu identifizieren. Tatsächlich wirst du meistens nur Indizien feststellen und die scheuen Schädlinge nicht zu Gesicht bekommen.

Markant sind zunächst natürlich Nageschäden an Nahrungsmitteln und Verkleidungen, Kartons oder Ähnlichem. Dabei werden Zugangsmöglichkeiten geschaffen oder der Nestbau betrieben.

Auffällig sind dabei die Geräusche, denn die Nage- und Kratzlaute treten besonders Nachts auf. Dann ist es meistens ruhig und dir fallen die schwer lokalisierbaren Geräusche auf.

Hinzu kommen dann die kleinen schwarzen Hinterlassenschaffen und ein markanter Geruch.

Während Fraßschäden und Kratzgeräusche auch auf andere Ursachen zurückzuführen sind, ist die Entdeckung von Mäusekot ein sicheres Anzeichen für einen Befall.

Ist Mäusekot gefährlich?

Mäuse gelten als Schädlinge und tatsächlich ist es so, dass die kleinen Nagetiere eine Fülle von Krankheiten auf den Menschen übertragen können.

Mäuse können zahlreiche Krankheiten übertragen

Insbesondere der Kot und Urin von Mäusen ist dabei ein Träger von Viren und Bakterien und solltest du mit Vorsicht behandeln.

Hierin können sich SalmonellenOpens in a new tab. befinden, die den Magen-Darm-Trakt angreifen und zu entsprechenden Beschwerden führen. Auch wenn die Symptome in der Regel nach wenigen Tagen abklingen ist hiermit nicht zu spaßen.

Seltener, aber gefährlicher ist dafür die Übertragung der Weil-KrankheitOpens in a new tab., die mit hohem Fieber und starken Schmerzen einhergeht. In starken Fällen werden dabei sogar die Organe angegriffen. In Deutschland gab es in den letzten Jahrzehnten höchstens 166 fälle pro Jahr.

In den Medien häufig erwähnt sind die Hanta-VirenOpens in a new tab. und die mögliche Übertragung durch infizierte Mäuse und Ratten über ihren Kot und Urin. Die Symptome sind dann ähnlich wie bei einer Grippe. Auch hier sind die Normalzahlen mit durchschnittlich 233 Fällen pro Jahr recht gering, wobei es alle 2-3 Jahre zu einer deutlich erhöhten Infektion kommt.

Dies ist nur eine kleine Auswahl und auch wenn natürlich nicht jede Maus eine Krankheit in sich trägt und nicht jeder Kontakt mit Mäusekot direkt eine eingeschleppte Krankheit verursacht, solltest du die Anwesenheit von Mäusen und deren Hinterlassenschaften Ernst nehmen!

Verhalten von Mäusen

Mäuse und Ratten sind weit verbreitet und leben schon seit vielen Jahren in Menschennähe. Das breite Nahrungsangebot und die künstlich geschützte Umgebung machen die Koexistenz für die Nagetiere so attraktiv.

Dabei begegnest du den Mäusen gar nicht allzu häufig, denn die kleinen Tiere sind nachtaktiv und sehr scheu. Sie meiden ein direktes Aufeinandertreffen und flüchten bei einer möglichen Gefahr sofort.

Immer auf Nahrungssuche

Die Nahrungsvielfalt ist dabei enorm, denn Mäuse sind Allesfresser. Neben pflanzlicher Nahrung wie Samen und Nüssen werden insbesondere von den freilebenden Mäusen auch Insekten, Würmer und andere Kleinlebewesen verspeist. In menschlicher Umgebung finden sie daher immer Nahrung!

Mäuse pflanzen sich je nach Umgebungsbedingungen bis zu 6 Mal im Jahr fort und haben dabei pro Wurf 3 – 7 Nachkommen. Die hohe Reproduktionsrate erklärt auch, warum sich eine Plage schnell entwickeln kann und du frühzeitig auf einen Mäuseverdacht reagieren musst!

Schnell ansteigende Population

Da Mäuse sich versteckt in deiner Umgebung aufhalten, ist es wichtig die Indizien für ein Vorkommen zügig und sicher zu erkennen.

Das Bewegungsmuster von Mäusen ist dabei nicht zufällig, sondern wiederholt sich. Es werden durch Gerüche feste Laufstraßen angelegt, die permanent benutzt werden. Diese befinden sich häufig an Hauskanten, in Wandnähe und an anderen baulichen Grenzen, die einen Schutz und eine einfache Orientierung darstellen.

Natürlich befindet sich dann auch an diesen Stellen die Mehrzahl an Kot und Urin. Insbesondere die kleinen Köttel werden gerne an einem Ort abgesetzt, an dem sich schon weitere Hinterlassenschaften befinden.

Wie sieht Mäusekot aus?

Das Aussehen von Mäuse- und Rattenkot für sich betrachtet und in sauberer Umgebung finde ich recht markant. Schwierig wird es dann eher in der realen Umgebung.

Mäusekot im Größenvergleich
(HansmullerOpens in a new tab. / CC BY-SAOpens in a new tab.)

Mäusekot ist 0,3 bis 0,9 mm groß und besitzt eine meist leicht gebogene längliche Form. In manchen Fällen kann der Mäusekot auch rundlich ausfallen. Die Größe ist ein Indiz für die Größe der Nagetiere (gemischte Größen weisen auf Jung- und Alttiere hin).

Die Farbe variiert dabei zwischen Braun-, Grün- und Schwarztönen, ist aber meistens eher dunkel. Die genaue Farbe hängt von der Nahrungsquelle ab. Die Konsistenz ist zunächst feucht fest und wechselt beim Austrocknen zu bröselig bis hart.

Insbesondere in staubiger und unaufgeräumter Umgebung (Garagen, Gartenhäuser, Schuppen etc.) ist es schwierig den Kot eindeutig zu identifizieren. Die Teils geringe Größe und das unförmige Aussehen machen eine Verwechslung mit Staub- und Schmutzansammlungen möglich.

Nicht immer leicht zu identifizieren

Bei einer solchen Unsicherheit solltest du Bilder von Mäusekot mit deinem Fund (unter den angebrachten Hygienebedingungen) vergleichen und dir die Unterschiede und Gemeinsamkeiten genau ansehen.

Ähnlich, aber doch nur ein Fussel

Ist auch dann noch nicht ganz klar, worum es sich hier handelt kannst du eine Lupe oder ein Mikroskop verwenden, um die organischen Strukturen zweifelsfrei zu erkennen.

Ich verwende für solche Betrachtungen das Taschenmikroskop von CarsonOpens in a new tab.. Das ist klein, günstig, einfach zu bedienen, unheimlich robust und besitzt eine tolle Vergrößerung.

Mäusekot ist zum Großteil geruchslos und wird eher durch die auffällige Optik wahrgenommen.

Dennoch gibt es häufig einen sehr markanten Geruch, der in der Nähe der Mäusetoilette existiert. Dieser ist aber nicht auf den Kot, sondern den Urin zurückzuführen der gerne an der gleichen Stelle abgesetzt wird.

Mäuseurin ist fast farblos und zunächst auch geruchslos. Nach kurzer Zeit beginnt sich jedoch ein sehr markanter Ammoniakgeruch zu entwickeln, so dass auch frischer Mäuseurin gut erkannt werden kann. Nach längerer Zeit lässt der Geruch nach, wenn nicht frischer Urin hinzukommt.

Je nach Sensibilität deiner Nase wird dir der Geruch sehr schnell auffallen. Ich persönlich empfinde Mäuseurin als sehr intensiv und beißend. Der Gestank fällt sofort auf und ist in mehreren Metern Entfernung noch gut riechbar. Selbst in Freiluftumgebung wie größeren Gärten und Parks finde ich den Urin häufig wahrnehmbar.

Suche von Mäusen

Hast du den Verdacht, dass sich Mäuse auf deinem Balkon, in deinem Garten oder an anderen unerwünschten Orten aufhalten, solltest du auf die Suche nach dem Mäusekot gehen.

Dabei ist die erste Priorität der Übergang von Wand zu Boden, da sich hier die Laufwege bilden. Auf diesen wird dann insbesondere in der Nähe von Einschlupflöchern der Mäusekot abgesetzt. An diesen Stellen sammeln sich gern die kleinen Köttel und die Haufen werden je nach Besiedlungsdichte schnell größer.

Gerne an Rändern und mit Schutz unterwegs

Solltest du eine solche Stelle ausfindig machen, empfehle ich dir den Kot (unter den angebrachten Hygienebedingungen) wegzufegen und regelmäßig (mindestens täglich) zu kontrollieren.

Die dann von dir festgestellte Regelmäßigkeit ist ein guter Indikator für die Schwere des Befalls. Auch kannst du von der Größe der Köttel ableiten, ob sich auch Jungtiere in der Nähe befinden und somit ein aktives Nest existiert.

Nachdem du dir einen Überblick verschafft hast und weißt wo du aktiv werden musst, kannst du dir überlegen, ob du die Bekämpfung selber angehen oder einen Schädlingsservice beauftragen willst.

Sofern der Leidensdruck noch nicht allzu groß ist und der Ekel sich in Grenzen hält, kannst du selbst Fallen aufstellen und Zugänge verschließen.

Hierzu werde ich zeitnah eine gesonderte Anleitung veröffentlichen, denn das Thema ist zu komplex und würde hier den Rahmen sprengen. Wenn du eigene Erfahrungen oder jetzt schon fragen hast, kannst du natürlich gerne einen Kommentar dalassen.

Beseitigen von Mäusekot

Das Finden des Mäusekots zieht automatisch das Entfernen nach sich. Dies sollte aber nicht einfach so geschehen, denn die Hinterlassenschaften bergen einige Gefahren.

Dabei ist insbesondere älterer ausgetrockneter Kot gefährlich, da dieser beim Reinigen zu Staub verfällt und die daraus entstehenden feinen Partikel in der Luft umherfliegen bis du sie möglicherweise einatmest.

FFP Masken bieten Einatemschutz durch einen Filter

Es klingt etwas übertrieben aber für die Beseitigung von Mäusekot sollte auf jeden Fall ein Einatemschutz getragen werden. Hierzu solltest du auf Masken der Schutzklasse FFP1 (und aufwärts) zurückgreifen, da niederklassige Utensilien keine Filterung der Einatemluft haben.

Auf Grund von COVID-19 ist es natürlich schwierig momentan an Masken zu kommen. Gute Marken sind aber Würth und 3M. Mit etwas Glück sind deren FFP1 Masken auf AmazonOpens in a new tab. bald wieder erhältlich.

Einmalhandschuhe sind Pflicht

Außerdem solltest du natürlich Handschuhe tragen. Hier reichen jedoch handelsübliche Einmal-Handschuhe aus LatexOpens in a new tab., die du im Anschluss luftdicht direkt in die Mülltonne entsorgst.

Deine Kleidung sollte ebenfalls nicht in den normalen Haushalt zurückkehren und nach der ersten groben Reinigung in die Waschmaschine kommen.

Du kannst alternativ natürlich einen Ganzkörperschutz tragen. Dies finde ich persönlich aber für ein paar Köttel übertrieben und würde ich selber nur einsetzen, wenn die Menge an Kot wirklich groß ist.

Maske und Handschuhe sind bei der Beseitigung von Mäusekot aber Pflicht und solltest du unbedingt zu Hause haben!

Das Reinigen sollte dann an den betroffenen Stellen auch feucht erfolgen (je nach Untergrund durch Wischen mit Reinigungsmittel), da so die gesetzten Geruchsmarker der Nagetiere mit entfernt werden und ein Wiederbefall unwahrscheinlicher wird.

Deine Arbeitsutensilien müssen nach der Arbeit natürlich ebenfalls gereinigt werden. Das Abspritzen des Staubs von Besen und Co ist dabei aber ausreichend.

Eine umfangreiche Desinfektion ist möglich, aber ich persönlich halte die Restgefahr nach dem Abspritzen für sehr gering, da der virenträchtige Staub nicht mehr an den Geräten ist.


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